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Schumacher-Sprecher Thomas Hofmann: "Es geht ihm abgesehen von den Rückenschmerzen gut"

Foto: APA/ Oliver Multhaup
München/Salzburg - Zwei Tage nach seinem schweren Unfall von Indianapolis ist Ralf Schumacher wieder zu Hause eingetroffen. Der Formel-1-Pilot, der am Vortag aus dem Krankenhaus in Indianapolis entlassen worden war, kam am Dienstagmorgen in seiner Wahlheimat Salzburg an. Er soll sich nach Angaben seines Sprechers Thomas Hofmann zu Hause erholen. "Es geht ihm abgesehen von den Rückenschmerzen gut. Er wird nun ein paar Tage völlige Ruhe haben", sagte der Schumacher-Sprecher am Dienstag.

Die Frage, ob der Williams-BMW-Pilot im nächsten Grand Prix am 4. Juli in Magny-Cours wieder an den Start gehen kann, sei derzeit kein Thema. Man müsse einige Tage abwarten und sehen, wie sich Ralf Schumacher dann fühle, erklärte Hofmann weiter.

Magny-Cours-Start in weiter Ferne

Die Teilnahme an den für diese Woche geplanten Testfahrten in Jerez sagte Ralf Schumacher ab. Über einen Einsatz im nächsten Rennen nachzudenken, sei noch viel zu früh, hieß es auch auf seiner Homepage ralf-schumacher.de. Schumacher selbst hatte am Montag (Ortszeit) in einem RTL-Interview auf die Frage, ob er sich einen Start in Magny-Cours vorstellen könnte, geantwortet: "So weit denke ich noch gar nicht. Im Moment sicher nicht."

Seinen Gesundheitszustand beschrieb Schumacher so: "Der lange Flug war angenehm. Mir geht's auch schon wieder einigermaßen, auch wenn ich mich generell fühle, als hätte mich Muhammad Ali zwei Runden lang mit seinen Fäusten bearbeitet." Ein Bluterguss am Rücken bereitet dem 28-Jährigen, der bei seinem Aufprall mit 300 km/h in die Mauer mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung davongekommen war, große Schmerzen.

"Nicht schockiert, nicht angeschlagen"

Gleichzeitig betonte er, dass er nach dem Hochgeschwindigkeits-Crash mental in Ordnung sei. "Trotzdem, nur damit keine Missverständnisse entstehen: Ich bin nicht schockiert, ich bin nicht psychisch angeschlagen - ich habe einfach eine Gehirnerschütterung."

Dennoch klangen seine Berichte vom Gedächtnisverlust Besorgnis erregend. "Ich kann mich an nichts mehr erinnern - außer den Start vielleicht. Kein wie, kein wo, kein wann. Da ist gar nichts mehr. Die Unfallszenen sind wie ausgelöscht", sagte er im Interview der "Bild"-Zeitung (Dienstag-Ausgabe), die auch ein Foto zeigte, wie Ralf am Montag im Rollstuhl aus dem Krankenhaus gebracht wurde. Um sechs Uhr morgens wurde er am Dienstag von Ehefrau und Söhnchen empfangen. "Es war ein schönes Gefühl und tat mir sehr gut, als ich heute früh morgens Cora und David wieder in meine Arme schließen konnte."

Nährboden für Spekulationen

Wie es weitergeht, bleibt vorerst offen. Schumacher wird nun in Salzburg weiter ärztlich betreut. Auch das Williams-BMW-Team will den Heilungsverlauf abwarten. "Es ist noch zu früh, darüber zu entscheiden, ob er in Magny-Cours starten wird oder nicht", sagte BMW-Sprecher Jörg Kottmeier. Im Vorjahr, als Ralf seinen Start in Monza am Samstagmorgen abgesagt hatte, war der spanische Ersatzmann Marc Gene kurzfristig eingesprungen. Auch Testpilot Antonio Pizzonia ist eine Option.

Die Spekulationen dürften aber schnell noch weiter gehen. So könnte Jacques Villeneuve, der in die Formel 1 zurückmöchte, bald wieder Mittelpunkt der Gerüchte sein. "Es wäre keine schlechte Idee", sagte der frühere BMW-Chef Gerhard Berger zu einem Journalisten auf die Frage nach dem Kanadier. Vor einigen Wochen hatte Williams Kontakte zu Villeneuve bestätigt. (APA/dpa)