Bayreuth - Trotz der schwierigen Suche nach einem neuen "Ring"-Regisseur denken die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele nicht an eine Verschiebung der für 2006 geplanten Neuinszenierung. Dies sei "ein Ding der Unmöglichkeit", sagte Festspielsprecher Peter Emmerich am Dienstag. Schließlich seien die Verträge mit vielen Künstlern bereits geschlossen.

Nach von Trier-Absage drängt die Zeit

Der dänische Filmregisseur Lars von Trier hatte den Auftrag für die Neuinszenierung der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" Anfang Juni überraschend zurückgegeben und Festspielchef Wolfgang Wagner damit in Not gebracht. "Die Zeit drängt", räumte Emmerich ein. Dennoch wolle man besonnen an die Suche nach einem Nachfolger herangehen. Dieser müsse ein eigenständiges Konzept mit "originärer Aussage" entwickeln. "Ein Anknüpfen an Lars von Triers Ideen ist illusorisch", sagte Emmerich. Andererseits müsse ein neuer Regisseur bereit sein, das bereits verpflichtete Ensemble zu akzeptieren. Als Dirigent steht Christian Thielemann schon seit längerem fest.

Nach Emmerichs Worten ist offen, ob es gelingt, den neuen "Ring"- Regisseur bis zum Beginn der diesjährigen Festspiele am 25. Juli zu präsentieren. "Das wäre schön, aber die Festspielleitung wird sich dadurch nicht unter Druck setzen lassen." Die 93. Festspiele werden mit einer Neuinszenierung des "Parsifal" in der Regie von Christoph Schlingensief eröffnet. Zum letzten Mal steht in diesem Jahr die aktuelle "Ring"-Inszenierung von Jürgen Flimm auf dem Spielplan. (APA/dpa)