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Nicht überall können Impfaktionen ungestört ablaufen

Foto: APA/EPA
Genf - West- und Zentralafrika stehen nach Befürchtungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kurz vor dem größten Ausbruch der Kinderlähmung in den vergangenen Jahren. In diesem Jahr seien dort bisher bereits fünf Mal so viele Kinder erkrankt wie im Vergleichszeitraum der Vorjahres.

Der erste Fall seit mehr als drei Jahren im Sudan wecke Ängste vor einer großen Epidemie in dem Land. Dies gelte besonders für die durch Unruhen erschütterte Westprovinz Darfur, sagte der WHO-Experte für Ansteckungskrankheiten, David Heymann, am Dienstag in Genf. Es handele sich im Sudan um den selben Virentyp, der sich von Nord-Nigeria aus über den Tschad verbreitet habe.

Geistlichkeit versus körperliche Gesundheit

Insgesamt breitet sich das Polio-Virus schnell in Afrika auch in den Regionen aus, die frei von Polio waren. Die Krankheit wird häufig aus Nigeria eingeschleppt, wo es massiven Widerstand muslimischer Geistlicher gegen Polio-Impfkampagnen gibt. Sie behaupten, mit dem Impfstoff wollten die USA die muslimische Bevölkerung unfruchtbar machen.

Seit Beginn des Jahres seien 257 neue Ansteckungsfälle in Nigeria registriert worden. 90 Prozent aller Polio-Fälle bei Kindern treten in Afrika auf. Die WHO benötige dringend 100 Millionen Dollar (83 Millionen Euro), um der Gefahr zu begegnen, hieß es in Genf.(APA/dpa)