Bild nicht mehr verfügbar.

Manuel "Tirofijo" Marulanda

Foto: APA/AFP/RCN
Washington - Der Anführer der kolumbianischen FARC-Guerilla, Manuel Marulanda, ist nach einem US-Zeitungsbericht so schwer erkrankt, dass die Rebellen voraussichtlich schon bald einen neuen Chef wählen müssen. Marulanda sei "akut krank", berichtete die "Washington Times" am Dienstag unter Berufung auf einen früheren Rebellen.

Politiker in Kolumbien und die Verbündeten des Landes sollten die "Gelegenheit nutzen", schrieb das Blatt mit Blick auf eine Beendigung des seit 40 Jahren andauernden Bürgerkriegs in dem südamerikanischen Land. Die 35 Kommandanten der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) müssten schon "relativ bald" über die Nachfolge ihres Chefs entscheiden. Die Krankheit Marulandas könne Kolumbiens "Chance" sein.

Marulandas Gesundheitszustand ist in der Vergangenheit häufig Gegenstand von Spekulationen gewesen; der 76-Jährige wurde auch schon totgesagt. Zuletzt hatte Ende Mai die Zeitung "El Nuevo Herald" aus Miami berichtet, Marulanda, genannt "Tirofijo" (Sicherer Schuss), sei an Prostatakrebs gestorben. Vor zehn Tagen sagte der kolumbianische Oppositionsführer und Senator Jaime Dussan, neuer FARC-Anführer sei der bisherige politische Chef, Guillermo Leon Saenz, genannt Alfonso Cano. Die Rebellen selbst hätten ihn über die neue Führung informiert.

Die FARC ist mit schätzungsweise 17.000 Kämpfern die größte und älteste linksgerichtete Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes. In dem seit 1964 andauernden Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen Guerilla, Paramilitärs und Armee kamen bisher rund 200.000 Menschen ums Leben. (APA)