Belgrad - Der serbische Vizeministerpräsident Miroljub Labus will eine getrennte EU-Eingliederung Serbiens und Montenegros vorschlagen. Er sei pessimistisch, was die Zukunftsperspektiven des Staatenbundes angehe, da die mehrmonatigen Bemühungen der serbischen Regierung zur wechselseitigen Anpassung der Wirtschaftssysteme keinen Fortschritt gebracht hätten, wurde Labus vom Sender B-92 zitiert. Getrennte Programme Serbiens und Montenegros zur EU-Annäherung würden daher die schnellere Integration beider Staaten sichern, meinte Labus.Abkommen zwischen Belgrad und Podgorica Der Vizepremier war als stellvertretender jugoslawischer Regierungschef im März 2002 einer der Unterzeichner des Abkommens zwischen Belgrad und Podgorica über die Umbildung der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien in einen Staatenbund. Nach monatelangen Verhandlungen über die Verfassung des gemeinsamen Staates hatte sich Labus noch vor seiner Verkündung im Februar des Vorjahres von der Idee des Staatenbundes distanziert. Serbien In Serbien findet am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Aus einer Umfrage ging kürzlich hervor, dass der Ultranationalist Tomislav Nikolic, der in der ersten Runde mit 30 Prozent vorne lag, bei einer niedrigeren Wahlbeteiligung mit einem Sieg rechnen könnte. Nikolic' Herausforderer Boris Tadic, der Chef der Demokratischen Partei (DS), könnte demnach nur bei einer höheren Beteiligung gewinnen. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2004)