Salzburg - "Spätestens im Herbst muss die Detailplanung fertig sein." Christian Steckenbauer, Angebotsentwickler bei der Salzburg Land Tourismusgesellschaft (SLT), mahnt im STANDARD-Gespräch die für die Planung des Mozartjahres 2006 in Stadt und Land Salzburg Verantwortlichen zur Eile: Je "schneller und klarer" ein Programm vorliege, desto leichter wäre das Mozartjahr zu vermarkten.

Gemeinsame Werbung

Für Salzburgs Tourismuswirtschaft geht es um viel Geld: Steckenbauer rechnet mit bis zu 200.000 zusätzlichen Nächtigungen, die das Mozartjahr bringen können. Geworben wird gemeinsam mit dem "Mozart-Konkurrenten" Wien und der Österreich-Werbung. Ein genaues Budget hat die SLT zwar noch nicht, aber laut Steckenbauer wird jedenfalls ein Werbeetat in Millionenhöhe notwendig werden.

Ebenfalls noch nicht beschlossen ist das exakte Budget für das künstlerische Programm rund um den 250. Geburtstag des genialen Komponisten. Mit Rücksicht auf die Kuratoriumssitzung Ende Juni werden die Summen gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Die Eckdaten sind allerdings dennoch bekannt: Alles in allem dürften zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen - nicht einmal ein Drittel jenes Budgets, das Graz für das Projekt Kulturhauptstadt zur Verfügung hatte. Vier Millionen steuert das Land Salzburg bei, drei die Landeshauptstadt. Eine Million kommt vom Bund, geht aber als Sonderförderung direkt in das Budget der Salzburger Festspiele; etwa zwei Millionen Euro hat das Büro "Mozart 2006" bisher von Sponsoren aufgetrieben. Zusätzlich zu den zehn Millionen machen Stadt und Land je 230.000 Euro für eine eigene Mozart-Ausstellung locker.

Die weitaus größten Summen werden im Bereich Infrastruktur und Bauten bewegt. Allein für den Umbau des Kleinen Festspielhauses werden rund 29 Millionen Euro benötigt. Der Bund zahlt 9,44, Land und Stadt je 5,45 Millionen Euro. Die verbleibende Finanzierungslücke soll durch Kunstmäzen Donald Kahn und eine Sammelaktion geschlossen werden. Für die Modernisierung der Felsenreitschule haben die Salzburger Festspiele noch einmal eine Million Euro veranschlagt. Die Neugestaltung des gesamten Festspielbezirkes musste jedoch vorerst abgesagt werden. Zwar wird die Hofstallgasse vor den Festspielhäusern aufgemotzt, das "Sparkassenstöckl" und der Furtwängler-Park sollen aber in ihrem wenig attraktiven Zustand belassen werden.

Mozarteum-Sanierung

2006 soll auch die Sanierung des wegen zu hoher Schadstoffbelastung geschlossenen Haupthauses der Kunstuni Mozarteum abgeschlossen sein. Bei einer Nutzfläche von etwa 11.000 Quadratmetern belaufen sich die Baukosten auf rund 29 Millionen Euro.

Einen anständigen Brocken stellt auch der Bau eines neuen Heims für das Salzburger Musikschulwerk dar. Nicht ganz fünf Millionen Euro sind von Stadt und Land insgesamt dafür vorgesehen. Will man das "Musikum" 2006 fertig haben, muss diesen Sommer eine Standortentscheidung fallen. (Thomas Neuhold, Viktoria Mayrhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.06.2004)