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Ein Feuerwehrmann watet auf einer überfluteten Straße in Deutschfeistritz im Bezirk Graz-Umgebung.

Foto: AP/SIEGFRIED ULLRICH
Graz/St.Pölten/Klagenfurt/Eisenstadt - In weiten Teilen Österreichs hat es gestern Abend und in der Nacht wieder schwere Unwetter gegeben. Hagelstürme, Vermurungen und Überschwemmungen lösten Großeinsätze bei den Feuerwehren aus. Die heftigen Niederschläge führten vor allem in der Steiermark, aber auch in einigen Bezirken im südlichen Niederösterreich sowie in Kärnten zu schweren Schäden.

Graz-Umgebung unter Wasser

Am schwersten betroffen war der Bezirk Graz-Umgebung. Keller wurden überflutet, Häuser drohten abzurutschen, Brücken wurden überschwemmt. "Die sintflutartigen Regenfälle ließen den Übelbach über die Ufer treten", sagte der Pressebeauftrage der Feuerwehr, Peter Kirchengast. Über 20 Liter Regen pro Quadratmeter gingen in der steirischen Hauptstadt nieder. Am Semmeringer Hirschenkogel waren es sogar 33 Liter, so ein Wetterexperte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) vom Flughafen Thalerhof. "Die Kraft des Wassers war so stark, dass sogar ein 80 Kilogramm schwerer Kanaldeckel herausgedrückt wurde", erzählte ein Feuerwehrmann.In Deutschfeistritz stand deswegen der Ortskern für kurze Zeit bis zu einem Meter unter Wasser. Auch Brücken wurden überschwemmt und vermurt. Hier seien die Schäden an Wohnhäusern und Kleinbetrieben erheblich.

Hochwasseralarm

In den Seitentälern des Arzwaldgraben und in Himberg kam es zu Erd- und Hangrutschungen. Drei Kinder wurden in Himberg in Häusern eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Sie blieben unverletzt. Hochwasseralarm gab es auch am Stubenbergsee. Die Schmutzwasser-Auffangbecken drohten überzugehen. Sie konnten aber rechtzeitig von der Feuerwehr abgepumpt werden. Im gesamten Raum Hartberg konnten "größere Schäden verhindert" werden. Die Rechbergstraße zwischen Passail und Weiz musste kurzfristig wegen Überflutung gesperrt werden, und in Gnas ging ein Wirtschaftsgebäude durch einen Blitzschlag in Flammen auf.

Die schlimmsten Folgen gab es in Deutschfeistritz, wo der Hauptplatz für kurze Zeit bis zu einem Meter unter Wasser stand. Die A9, die Pyhrnautobahn, war wegen Überflutung für eine Stunde gesperrt worden. Die Wetterexperten prognostizieren noch heftige Regenschauer für Donnerstag und Freitag. Erst am Samstag soll es wieder sonnig und trocken werden.

Schwere Hagelgewitter im Kärntner Gurktal

Über das Kärntner Gurktal sind zudem am Dienstagabend schwere Gewitter, begleitet von Hagelschlag, niedergegangen. Besonders betroffen war die Gemeinde Straßburg (Bezirk St. Veit/Glan), wo der Hagel teilweise bis zu zehn Zentimeter hoch lag. Der durch das Unwetter entstandene Sachschaden kann noch nicht abgeschätzt werden.

Durch die großen Wassermengen traten sämtliche Bäche über die Ufer und überschwemmten landwirtschaftliche Flächen. Das gesamte landwirtschaftliche Wegenetz wurde durch Ausschwemmungen und Hangrutschungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Keller einiger Bauernhäuser wurden überflutet. In der Ortschaft Mellach bestand die Gefahr der Verklausung einer Brücke. Die örtlichen Feuerwehren standen im Großeinsatz und konnten größere Schäden verhindern. Kleinräumige Vermurungen wurden noch in der Nacht durch freiwillige Helfer beseitigt. Die Absicherung der Gefahrenstellen erfolgte durch Arbeiter der Stadtgemeinde Straßburg.

Überflutungen im südlichen Waldviertel

Auch im niederösterreichischen Miesenbachtal (Bezirk Wiener Neustadt) und im südlichen Waldviertel (Bezirk Krems) hat es am Dienstagabend stark geregnet. Wie die Niederösterreichische Sicherheitsdirektion berichtete, waren vor allem die Ortschaften Albrechtsberg, Klein-Heinrichschlag, Arzwiesen, Harrau, Els, Attenreith und Brauhaus betroffen. Regen und Hagelschlag verursachten zahlreiche Haus- und Flurschäden.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie der Straßenmeisterei waren mit Aufräum- und Auspumparbeiten auf Straßen und in Kellern beschäftigt. Es kam dennoch zu keinerlei dauerhaften Verkehrsbehinderungen. Sintflutartiger Regen und Hagel im Burgenland Auch Teile des südlichsten Burgenlandes wurden in der Nacht auf Mittwoch von einem Unwetter heimgesucht. Es gab sintflutartigen Regen und auch Hagelschlag. Keller wurden überflutet, eine Straße vermurt. Das Unwetter hatte auch mehrere Stromausfälle zur Folge. Über Strem (Bezirk Güssing) ging ein schweres Gewitter mit Hagel und großen Regenmengen nieder. Ein Blitz schlug in ein Wohnhaus ein; der Rauchfang und das Dach wurden schwer beschädigt. In Sumetendorf (Bezirk Güssing) wurde eine Landesstraße vermurt. Sie war für einige Zeit nur erschwert passierbar. Im Raum Rudersdorf (Bezirk Jennersdorf) wurden Keller unter Wasser gesetzt, mehrere Feuerwehren waren mit Auspumparbeiten beschäftigt. (APA/red)