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RTL-"Superstar" Daniel Küblböck ringt sich nach der Urteilverkündung ein "großes Lächeln" ab.

Foto: REUTERS/Alexandra Winkler
Eggenfelden - Der deutsche Medienstar Daniel Küblböck muss als Strafe für seinen Autounfall 25.000 Euro zahlen und acht Stunden Sozialarbeit leisten. Vier Monate nach dem Zusammenstoß mit einem Gurkenlaster verurteilte das Amtsgericht in Küblböcks Heimatstadt Eggenfelden den 18-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein.

Jugendrichter Josef Ritzer wertete die Tat als "jugendtypisch" und wandte das mildere Jugendstrafrecht an. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, weil Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten.

"Leichtsinnige Verfehlung"

In der Urteilsbegründung sprach Ritzer von einer "leichtsinnigen Verfehlung" Küblböcks, die aber keine schwere Schuld erkennen lasse. Bei der Höhe der Geldauflage folgte Ritzer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Gericht wolle sicher gehen, "dass der Angeklagte das spüren muss und dass er sich einschränken muss". Für den Sozialdienst schlug Ritzer ein Kloster vor, damit Küblböck die Arbeitsstunden unbehelligt von Reportern ableisten könne.

Medienrummel

Der Prozess um den ehemaligen "Superstar"-Teilnehmer wurde von großem Medienrummel begleitet. Für Rummel sorgten auch zahlreiche Fans, von denen ein paar schon Stunden vorher vor dem Gericht gewartet hatten.

Küblböck kam vor Gericht zugute, dass er seine Schuld in vollem Umfang zugab. Ohne Führerschein hatte sich der Sänger am 24. Februar ans Steuer eines Autos gesetzt, das einer 48-jährigen Anhängerin gehörte. Nahe dem niederbayerischen Pfarrkirchen nahm er einem mit Essiggurken beladenen Lastwagen die Vorfahrt. Beim Zusammenstoß wurde Küblböck so schwer verletzt, dass er zwei Mal an der Schulter operiert werden musste. Eine seiner Mitfahrerinnen wurde leicht verletzt, der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

"Ein intelligenter junger Mann"

Der Richter stützte sich zudem auf den Bericht eines Sozialarbeiters, der dem 18-Jährigen attestierte, "in seiner Persönlichkeitsentwicklung einem Jugendlichen nahe" zu stehen. Beziehungs- und Alkoholprobleme der Mutter hätten Küblböcks Kindheit schwer belastet. Das Gericht sah indes keine Entwicklungsverzögerung. Küblböck sei "ein intelligenter junger Mann, der sich eine achtbare Stellung in der Gesellschaft erworben hat", sagte Richter Ritzer. Als Medienstar habe er einen Entwicklungsschub durchgemacht.

Küblböck, der vor Gericht angespannt wirkte, entschuldigte sich im Schlusswort erneut: "Mir tut wahnsinnig Leid, was passiert ist." Der Sänger zeigte sich erleichtert über das Urteil, fügte aber hinzu: "Am meisten schockiert mich die Geldstrafe." Küblböck gefällt nach eigenen Worten die Idee, Sozialarbeit in einem Kloster zu leisten. "Das wird mir gut tun." (APA/dpa)