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Die 1838 in ihrer Urform als Bad errichteten Sofiensäle brannten am 16. August 2001 nieder. Da der Besitzer Aufbauarbeiten ablehnt wenn der Denkmalschutz weiter bestehen bleibt, liegt die Ruine seit dieser Zeit brach.

Foto: APA/Pfarrhofer
Wien - Die Stadt Wien unternimmt einen neuen Versuch, die Debatte um die Brandruine der Sofiensäle wieder ins Rollen zu bringen: Sechs namhafte Architekten erklärten sich bereit, eine Expertise zu erstellen, was auf dem Gelände unter Einhaltung des Denkmalschutzes geschehen könnte. Mitte November werden die Vorschläge dann in einer Ausstellung zu sehen sein, kündigte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Mittwoch an. "Ideensammlung"

Die Architekten - darunter Hans Hollein und Wolf Dieter Prix von Coop-Himmel(b)lau - sollen verschiedene Ideen einbringen, wie Altes und Modernes verbunden werden könne. Dies solle zur Animierung des Grundeigentümers dienen, der auf die von der Stadt bezahlten Expertisen zurückgreifen könne. Diese dienen als mögliche Grundlage. Bei einer Umsetzung erspare sich der Eigentümer - die Sofiensäle AG - aber nicht das Architektenhonorar, stellte Schicker klar.

Der neue Baukörper soll in Summe ein geringeres Volumen aufweisen als das vor dem Brand bewilligte Hotel - dies ließe sich vertreten, weil durch den Wegfall der Nebengebäude anders disponiert werden könne: "Was weg ist, muss nicht wieder gebaut werden", stellte Schicker klar. Auch sei die Errichtung einer Tiefgarage wünschenswert. Bebauungsplan

Die Vorgaben aus dem Wettbewerb werden dann in den neuen Bebauungsplan eingearbeitet, der bis Mitte nächsten Jahres stehen muss, kündigte Klaus Vatter, der Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 21 A, an. Bisher zeige der Eigentümer "keinen respektvollen Umgang mit der Historie".

"Wir versuchen, zwischen der Stadt und dem Bundesdenkmalamt keine Differenzen aufkommen zu lassen", betonte Schicker. Die Stadt sei hier aber in einer schwierigen Lage. Hoffnung, dass der Besitzer von sich aus Schritte setze, habe er nicht mehr: "Wir haben lange genug darauf gewartet." Denkmalschutz Da es keinen aktiven Denkmalschutz in Österreich gibt, könne man keine Zwangsmaßnahmen verordnen. Die verhängte Bausperre gilt höchstens drei Jahre und läuft Mitte nächsten Jahres aus - bis dahin muss ein neuer Bebauungsplan erstellt sein. Aber auch dann ist der Eigentümer nicht verpflichtet, irgendwelche Maßnahmen zu setzen. Von der Stadt im April vorgeschriebene Schutzmaßnahmen wurden auf Antrag des Eigentümers im April überraschend vom Verwaltungsgerichtshof mit einem Aufschub belegt. (APA)