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Peter Simonischek, Veronica Ferres und steinerner Zuseher 2003

Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Salzburg - Die Pläne für die Überdachung des Salzburger Domplatzes gedeihen gut - schon ab dem Festspielsommer 2005 könnte der Jedermann unter einem Plastikdach in der Art eines Cabriolet-Faltdaches gespielt werden. Das würde Aufführungen auch bei Regen ermöglichen. Zwar fehlen für diesen Prototypen noch sämtliche Genehmigungen, auch eine Reihe von technischen Details sind noch ungeklärt. Aber Stadtpolitik, Festspiele und Behörden scheinen an einem Strang zu ziehen, auch die Kirche hat keine grundsätzlichen Einsprüche angemeldet.

Wenn es zu regnen beginnt, soll das am Boden, der Bühne und an der Zuschauer-Tribüne befestigte Faltdach ausgefahren werden. Ein feines Netz zerstäubt die Tropfen, so dass die Aufführung akustisch durch prasselndes Wasser nicht gestört wird. Das Publikum erlebt so den Jedermann auch bei Regen im Freien, der Ersatzspielort, das Große Festspielhaus, muss nicht mehr freigehalten und kann frei disponiert werden. "Bei Gewitterregen wird man die Vorstellung unterbrechen müssen, aber der in Salzburg nicht gerade seltene Schnürlregen wird den Jedermann nicht mehr verhindern können", sagte Bürgermeister Heinz Schaden. Schadens Bedenken, der auf diese Weise wetterunabhängige Jedermann könnte in Zukunft um ein Vielfaches öfter "abgespielt" werden, sind von den Festspielen schnell zerstreut worden. Die Zahl der Vorstellungen soll von derzeit elf auf maximal 14 erhöht werden.

"Ohne einen einzigen Nagel"

Zu klären sind jetzt technische Details. Unklar ist etwa, wie das Dach an den Dom angebunden werden soll, ohne die Fassade zu beschädigen. "Das muss ohne einen einzigen Nagel gehen", erläuterte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Architekt Wolfgang Kaufmann aus Linz tüftelt zur Zeit an einem aufblasbaren Verbindungselement zwischen Dom und eigentlichem Dach, dafür gibt es laut Festspiele keine fertigen Patente. Auch die Befestigungen am Boden sind von den Statikern der Baubehörde noch nicht abgesegnet worden. Denkmalamt, Baubehörde und die Sachverständigenkommission zum Schutz der Salzburger Altstadt geben sich laut Rabl-Stadler und Schaden optimistisch und kooperativ - noch in dieser Woche wird weiterverhandelt.

1,5 Mio. Euro wird das Faltdach kosten. "Ja, wir haben einen Sponsor, der diese Kosten zur Gänze übernehmen würde", sagte die Festspielpräsidentin. "Sobald das Projekt reif ist und technisch und rechtlich umgesetzt werden kann - ich bin zuversichtlich, das wird bald sein - werden wir seinen Namen auch nennen." (APA)