Wien - Die Grünen und die ÖGB-Ärzte fordern eine Krankenversicherung für alle Menschen in Österreich. "Die Tatsache, dass mehr als 180.000 Menschen in Österreich nicht krankenversichert sind, darf nicht einfach hingenommen werden. Wer krank ist, braucht medizinische Versorgung. Der Weg zu ÄrztInnen muss ausnahmslos für alle frei sein", fordert der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger. Und die Vorsitzende der ARGE-Ärztinnen im ÖGB, Sabine Oberhauser, kritisierte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) und sprach von einem Armutszeichen, wenn mehr als 160.000 Menschen ohne Krankenversicherung seien. Diese Lücke müsse schnellstens geschlossen werden.

Öllinger betonte die Verpflichtung der Gesellschaft, allen ungehinderten Zugang zu medizinischer Versorgung zu verschaffen. Dies ergebe sich aus der Würde des Menschen. Die Grünen hätten das in ihrem Grundsicherungsmodell berücksichtigt. "Menschenrechte sind unteilbar und gelten für alle: Auch für Menschen ohne rechtlich einwandfreien Aufenthaltsstatus, auch für geschiedene Hausfrauen, für Obdachlose, für Suchtkranke oder Prostituierte." Es könne nicht sein, dass nur jene krankenversichert sein sollen, die herkömmlich, konservativen Norm- oder Wertvorstellungen genügen.

Die Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen fordert die Regierung auf, endlich das Problem der Armut in Österreich anzugehen. Oberhauser: "Heute fehlende Arbeitsplätze und Beschäftigung zu Niedrigsteinkommen sind die Zusatzkosten im Gesundheitssystem von morgen. Die Kurzsichtigkeit der Regierung und der Arbeitgeber verschärft das Problem." (APA)