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Foto: APA/ GUENTER R. ARTINGER
Wien – "Animation" ist das, was in Clubs fürs Lustigsein bezahlte Menschen abziehen, um das Publikum am Trägsein zu hindern. Es liegt in der Natur der trägen Masse, sich beim Auftreten des Animateurs tiefer in den Strand zu graben. Außer, das Angebot ist zwingend. In der Regel ist das nicht der Fall.

Derzeit versucht sich Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker als Animateur. Nicht am Strand, sondern in der Marxergasse, bei den Sofiensälen: "Das ist ein Animationsprogramm", umriss Klaus Vatter, Leiter der zuständigen Planungsbehörde (MA 21A), das, was sein Stadtrat Mittwochvormittag präsentierte.

Die Stadt beauftragt namhafte Architekten (u.a. Wolf Prix, Hans Hollein und Manfred Wehdorn) mit der Erstellung städtebaulicher Expertisen darüber, was man aus der 2001 abgebrannten "Sofie" unter Wahrung der denkmalschützerischen Auflagen machen könnte.

Vorschläge sollen im Herbst vorliegen. Sie sollen Möglichkeiten einer Nutzung aufzeigen. Schließlich läuft die Bausperre 2005 aus. Die Stadt, so Schicker, will nicht noch mehr Zeit verlieren, falls sich der Eigentümer entschließen sollte, das Areal nicht weiter verlottern zu lassen.

Freilich: Der von den Rathaus-Animateuren Angesprochene war bisher weder zum Bogenschießen am Pool noch zum Setzen von Maßnahmen zur Rettung der von ihm ungeliebten denkmalgeschützten Ruine zu motivieren. Und zum Mitspielen kann ein Animateur niemanden zwingen. Schicker: "So ist das eben bei Privateigentum."(rott / DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2004)