Wien - Die weltweiten Öl- und Gasreserven wachsen schneller als die Fördermengen. Trotzdem hat es 2003 die höchsten Preise für die beiden Rohstoffe seit 20 Jahren gegeben, so das Ergebnis des jüngsten Energie-Weltmarktberichtes des britischen Erdölkonzerns BP.

Der globale Markt ist gekennzeichnet von einem "gewaltigen Anstieg bei der Nachfrage in China und starken Produktionswachstum in Russland", erklärte der BP-Energie-Chefanalyst Michael D. Smith am Mittwoch in Wien.

Kohleverbrauch steigt - Stromversorgung aus Kernkraft sinkt

Der weltweite Kohleverbrauch wuchs 2003 dem Bericht zu Folge um 6,9 Prozent, während die Stromerzeugung aus Wasserkraft nur um 0,4 Prozent zulegte. Zurück gegangen sei die Stromversorgung aus Kernkraft.

Rund um den Globus betrug die Reduktion zwei Prozent, alleine der drittgrößte Produzent Japan senkte die Produktion um 27 Prozent, da 17 Kernkraftwerke aus Sicherheitsbedenken abgedreht wurden. Smith geht aber langfristig von einem Wachstum aus, da China eine "aggressive Expansion" in diesem Bereich betreibe. Außerdem sei von einer Zunahme in Osteuropa auszugehen.

Deutschland Weltmeister bei Windenergie

Weltmeister bei der Windenergie ist dem BP-Bericht nach Deutschland mit 36 Prozent am globalen Windenergievolumen, gefolgt von Spanien und den USA.

Japan wiederum verzeichnete in den vergangenen Jahren einen Boom bei Solarenergie, während Afrika und Südamerika in diesem Bereich kaum vertreten seien. Der Bereich erneuerbare Energie wachse zwar weltweit weiterhin schnell, aber auf geringer Basis. (APA)