Wien - Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen, informieren Experten vom Zentrum für Reisemedizin in Wien auf ihrer Website unter http://www.reisemed.at. Urlauber sollten rechtzeitig, mindestens aber vier Wochen vor Antritt der Reise, mit eventuell vorhandenem Impfpass sowie einem detaillierten Reiseplan einen Tropenmediziner aufsuchen, so die Ärzte.

In der Türkei etwa, einem der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher, sei die Durchseuchungsrate mit dem Hepatitis A-Virus bei 25- bis 29-Jährigen bei über 90 Prozent, bestätigte der Wiener Tropenarzt Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, einer der Experten des Zentrums für Reisemedizin, bei einer Pressekonferenz. Aber auch Hepatitis B, Tollwut und besonders Reisediarrhö, besser bekannt als "Durchfall", gehören zu den häufigsten landesspezifischen Erkrankungen, vor denen man sich vor einem Reiseantritt schützen sollte. Selbst für Last-Minute Urlauber ist ein Arztbesuch sinnvoll, auch wenn dieser erst einen Tag vor Reiseantritt abgestattet werden kann, sagte der Mediziner.

Nicht anders sei die Situation in Ägypten, so der Tropenmediziner weiter: Im Land am Nil sei die Durchseuchung mit Hepatitis A mittlerweile bei nahezu 100 Prozent, Hepatitis B sei immerhin noch bei bis zu zwölf Prozent der Bevölkerung nachweisbar. Ebenso wie in der Türkei wären auch Typhus, Tollwut und Durchfall die häufigsten Erkrankungen für Touristen, so Kollaritsch. Trotz vieler Warnungen würden besonders viele Türkei-Urlauber jegliche Vorsichtsmaßnahmen aus Acht lassen und ohne jeglichen Impf-Schutz ihre Reise antreten.

Selbst Luxushotels könnten keinen hundert Prozentigen Schutz vor manchen Erregern bieten, so Kollaritsch abschließend. Nahrungsmittel seien in Ländern mit schlechten Hygienesituationen sehr häufig hygienisch nicht einwandfrei und können daher Infektionserreger übertragen, deshalb rät der Arzt nur Abgekochtes zu essen und nur Wasser aus original verschlossenen Flaschen zu trinken. Unbedingt vermeiden sollte man auch ungeschützen sexuellen Kontakt, die Experten warnen dabei eindringlich vor Infektionen mit dem HI-Virus, vor Hepatitis B, Gonorrhoe und Lues. (APA)