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Michael Diamond, Adam Yauch und Adam Horovitz im Juni in Toronto

Foto: AP /Adrian Wyld

Die drei New Yorker Weißbrote des HipHop veröffentlichen mit To The 5 Boroughs ihr erstes Album seit dem ziemlich schwächlich ausgefallenen Hello Nasty aus dem Jahr 1998 (EMI). Doch bereits nach drei, vier Nummer ist man froh, dass die Beasties nicht aus Wien stammen und es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle 23 Bezirke der hiesigen Hauptstadt Rap-technisch zu würdigen.

Denn der einst spröde Charme, bezogen aus rüpelhaftem Punkrock und furztrockenem HipHop der 80er-Jahre, erscheint hier eher als eindimensionale Ödnis, aus der kaum einmal ein Track ausbricht. Am ehesten gelingt das in der "Liebeserklärung" An Open Letter To New York, in dem die drei "Asian, Middle Eastern, and Latin/ Black, White, New York/ You make it happen. Brooklyn, Bronx, Queens, and Staten/ From the Battery to the top of Manhattan" reimen. Geht so.

Darin erscheint die programmatisch ausgestellte Infantilität der auch schon über 40 Jahre alten Boys am charmantesten, schleicht sich in Musik und Text so etwas wie Fantasie ein. Der Rest des Albums verweilt in trostloser Nachbarschaft zu Stücken, mit denen man schon vor sechs Jahren kaum jemandem mehr als ein gelangweiltes "So what?" entlockte. To The 5 Boroughs erreicht an keiner Stelle den vergleichsweise ekstatischen Erregungspegel von Alben wie Check Your Head oder Ill Communication. Eingefleischte Fans werden das Album trotzdem lieben. Wer von HipHop allerdings mehr erwartet als Tracks auf immer gleicher Basis, wird hier bloß gelangweilt mit den Schultern zucken. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2004)