Kigali - Zehn Jahre nach den Bürgerkriegsverbrechen in Ruanda nehmen die als Gerichte eingesetzten Dorfversammlungen am Donnerstag ihre Arbeit offiziell landesweit auf. Die so genannten Gacaca stellen ein Bindeglied zwischen der tradierten Rechtsprechung der Dorfgemeinschaften und der akademischen Rechtsprechung dar. Bereits 2001 begannen Pilotprozesse in allen zwölf Provinzen des Landes, die auf reges Interesse stießen. Seit dem Völkermord 1994 sitzen noch rund 85.000 Verdächtige in den überfüllten Gefängnissen Ruandas ein. Nach UNO-Angaben wurden in dem Bürgerkrieg zwischen April und Oktober 1994 rund 800.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen gehörten der Tutsi-Minderheit an. (APA)