Bagdad - Der irakische Ministerpräsident Iyad Allawi hat sich von der Morddrohung der Gruppe um den El-Kaida-Extremisten Abu Mussab al Zarkawi unbeeindruckt gezeigt und die Zerschlagung der Organisation angekündigt. "Wir werden Zarkawi und alle Kriminellen fassen", sagte Allawi am Mittwoch dem britischen Rundfunksender BBC. "Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen", fügte er hinzu.

Trotz der Todesdrohung islamischer Extremisten gegen den designierten irakischen Ministerpräsidenten wollen die Iraker und die USA am Zeitplan für die Machtübergabe festhalten. Am (heutigen) Donnerstag sollen die letzten elf Ministerien offiziell an irakische Amtsinhaber übergeben werden. In einer feierlichen Zeremonie werden unter anderem das Verteidigungs- Justiz-, Innen- und Finanzministerium besetzt. Weitere 15 Ministerien werden vor der geplanten Rückgabe der Souveränität am 30. Juni bereits vom Irak verwaltet.

Die Islamisten hatten zuvor im Internet eine Tonbandaufnahme veröffentlicht, auf der Zarkawi zu hören sein soll. Darauf droht ein Mann Allawi: "... wir haben für dich ein wirksames Gift und ein scharfes Schwert gefunden". Die Gruppe werde ihre Mission, den Chef der Übergangsregierung zu töten, zu Ende führen. Allawi hatte unmittelbar danach erklärt, sich durch Morde und Drohungen nicht von seinem Ziel eines friedlichen und demokratischen Irak abbringen zu lassen. Zarkawi und seine Gruppe werden für mehrere Entführungen, Morde an Geiseln und Anschläge im Irak verantwortlich gemacht.

Auch weitere Extremisten drohten am Mittwoch Allawi. Der Fernsehsender Al Arabiya zeigte eine Aufnahme von einer Gruppe maskierter und schwerbewaffneter Männer, die ihn davor warnten, mit Hilfe von Notstandsgesetzen die Gewalt im Irak stoppen zu wollen. "Wir warnen Dich vor diesem Verbrechen, das Du im Interesse der Besatzungsherren begehst", hieß es. Wegen der anhaltenden Gewalt hatte Allawi die Möglichkeit von Notstandsgesetzen ins Spiel gebracht. (APA/Reuters/AP)