Peking - Am zweiten Tag der Gesprächsrunde über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm haben die USA und Nordkorea offenbar noch keine Annäherung erzielt. Es gebe weiterhin "erhebliche Differenzen" zwischen beiden Delegationen, sagte der stellvertretende südkoreanische Delegationsleiter Cho Tae Yong am Donnerstag in Peking am Rande der Sechser-Gespräche. Immerhin hätten beide Seiten bei der nunmehr dritten Runde erstmals konkrete Vorschläge gemacht, wie die seit 20 Monaten anhaltende Krise beigelegt werden könnte.

Am Rande der Gespräche kamen die Delegationen aus Washington und Pjöngjang zu einem seltenen bilateralen Treffen zusammen. Japan erklärte sich erstmals zu Energiehilfen bereit, sollte Nordkorea auf sein Atomprogramm verzichten.

Sechser-Gespräche bis Samstag

Bei den voraussichtlich bis Samstag dauernden Sechser-Gesprächen versuchen Vertreter der beiden Konfliktparteien USA und Nordkorea sowie aus Südkorea, China, Japan und Russland, einen Ausweg aus dem Atomstreit zu finden. Pjöngjang reagierte auf einen Vorschlag der USA, Nordkorea im Gegenzug für einen Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm unter anderem eine vorläufige Nicht-Angriffsgarantie und Wirtschaftshilfe zu gewähren, mit der Forderung nach einem US-Truppenabzug von der koreanischen Halbinsel.

Der Atomstreit schwelt seit Herbst 2002. Die USA werfen Pjöngjang vor, am Bau von Atomwaffen zu arbeiten, und fordern das nachprüfbare und vollständige Ende des Programms. Die bisherigen Runden der Sechser-Gespräche im August 2003 und im Februar dieses Jahres waren ergebnislos geblieben. (APA)