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Der tödliche Unfall ereignete sich im Gebiet der Planneralm in der Steiermark

Foto: APA/Lackner
Graz - Ganz allein schaffte ein sechsjähriges Mädchen einen zweistündigen Abstieg in schwierigem Gelände: Das Kind hatte mitansehen müssen, wie sein Vater und dessen Begleiter am Mittwoch zu Tode stürzten. Das Trio war gerade auf dem Rückweg von einer Bergtour auf der Planneralm (Bezirk Liezen). Für die beiden Alpinisten kam jede Hilfe zu spät. Sie waren auf der Stelle tot. Die Sechsjährige wurde leicht verletzt ins LKH Schladming eingeliefert und wird psychologisch betreut.

Beim Abstieg in Rinne gestürzt

Der 30 Jahre alte Günther E. aus Irdning, seine sechsjährige Tochter Sabrina und sein Freund Christian G. (38) aus Liezen waren am Mittwoch zu einer Bergtour auf die Planneralm bei Donnersbachwald aufgebrochen. Vermutlich beim Abstieg auf etwa 2.100 Meter Höhe - eine Viertelstunde vom Gipfel entfernt - kam es zu dem Unglück. Im Bereich zwischen Gstemmerspitze und Franzosenkreuz stürzten die beiden Obersteirer aus unbekannter Ursache über eine steil abfallende Rinne rund 200 Meter in die Tiefe. Die Bergsteiger waren sofort tot.

Zwei Stunden alleine abgestiegen
Die Exekutive vermutet, dass das kleine Mädchen - vermutlich auf dem Hinterteil rutschend - noch zu ihrem Vater geklettert war und dort sitzen blieb, bevor es sich auf den Rückweg machte. Knapp zwei Stunden dürfte sich die schwer geschockte Kleine durch das schwierige Gelände gekämpft haben. Gegen 17.15 Uhr kam sie völlig erschöpft und leicht verletzt bei der Schutzhütte an.

Das Mädchen wurde mit leichten Abschürfungen ins LKH Schladming eingeliefert und wird dort psychologisch betreut. Warum der Vater die Kleine mit auf diese schwierige Bergtour genommen hat, kann sich niemand erklären. "Ich würde das nicht tun", meinte ein Gendarm. Weitere Einvernahmen sollten diese Umstände noch klären. (APA)