Linz - Als erste Institution Österreichs wird das oberösterreichische Rote Kreuz (OÖRK) eine gemeinnützige Blutbank für Stammzellen aufbauen. Diese nach einer Geburt aus der Nabelschnur gewonnenen Zellen seien zentrale Hoffnungsträger bei der Behandlung von Krebs und anderer Erkrankungen sowie in der Gewebe-Regeneration, hieß es in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz.

Stammzellen befinden sich im Blut der Nabelschnur und der Plazenta. Sie sind für die Entwicklung und Neubildung von Körperzellen notwendig und können sich unbegrenzt teilen. Stammzellen sind nicht darauf programmiert, eine genau definierte Zellart zu werden, sondern können sich in jede Richtung entwickeln. Weil sie frei von Viren und Umweltschäden sind, mache sie das zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen und für die Entwicklung neuer Therapieformen ungeheuer wertvoll, sagte Christian Gabriel, ärztlicher Leiter des Blutspendedienstes.

Entnahme und Konservierung

Nach der Geburt und der Abnabelung eines Babys punktieren speziell geschulte Mitarbeiterinnen des Blutspendedienstes vorsichtig die Nabelschnur und sammeln das stammzellenhaltige Blut in einem sterilen Beutel. Dieser Vorgang sei für Mutter und Kind absolut schmerzfrei und risikolos, betonten die Experten. Danach erfolgt eine fachgerechte Konzentration und Konservierung. Die wertvollen Zellen lagern bei minus 196 Grad Celsius und sind auf Knopfdruck sofort abrufbereit, wenn sie benötigt werden. Zuvor durchlaufen sie noch eine Vielzahl von Tests, damit ist eine maximale Sicherheit gewährleistet.

Der Blutspendedienst des Roten Kreuzes arbeite gemeinnützig und ohne finanzielles Interesse, erklärte Leo Pallwein-Prettner, Präsident des OÖRK. Seine Leistungen würden allen Menschen zugute kommen, die Hilfe benötigen. "Medizinische Innovation aus modernster Forschung, wie sie die Erkenntnisse aus dem Stammzellenbereich darstellen, dürfen keine Frage der Leistbarkeit sein", betonte Landesrätin Silvia Stöger (S). Es müsse eine zentrale öffentliche Aufgabe sein, sicherzustellen, dass eine vielleicht lebensrettende Therapie allen Betroffenen zur Verfügung stehe "und nicht nur einer kleinen, finanzkräftigen Minderheit", so Stöger. (APA)