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Andersrum am Ring
Foto: Reuters/Bader
Wien - Unter dem Motto "Liebe kennt keine Grenzen" wird am Samstag, den 26. Juni, zum neunten Mal in Wien die Regenbogenparade von Schwulen, Lesben und FreundInnen begangen. Bei der Präsentation des Vorhabens am Donnerstag streute Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) der Parade Rosen: Sie sei Teil der Wiener Kultur und längst keine Gegenkultur mehr. Zum zweiten Mal wird die Veranstaltung heuer von der Homosexuelle Initiative Wien (Hosi) ausgerichtet.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Organisation wegen finanziellen Schwierigkeiten relativ kurzfristig von der Hosi übernommen wurde, habe man heuer genügend Vorlaufzeit gehabt, freut sich Obmann Christian Högl. Es solle deshalb wieder ein größeres Event als 2003 werden.

Am Ring andersrum

Der Zug startet um 15.00 Uhr beim Stadtpark am Ring und zieht dann auf der Wiener Prachtmeile in Richtung Museumsquartier - allerdings "andersrum", also gegen die Fahrtrichtung. Im Museumsquartiers wird dann von 18.00 bis 22.00 Uhr die Schlussveranstaltung stattfinden, zu der sich neben zahlreichen KünstlerInnen auch SPÖ-Parteivorsitzender Alfred Gusenbauer angekündigt hat.

In diesem Zusammenhang betonte Högl, dass es sich bei der Parade vor allem auch um eine politische Veranstaltung handle: "Wir sind nicht gleichberechtigt - wir sind diskriminiert".

Aufarbeitung der Verfolgung

Mailath-Pokorny erinnerte an zahlreiche Forschungsprojekte, die er Ende vergangenen Jahres initiiert habe. Mit deren Hilfe solle unter anderem die Verfolgung der Wiener Homosexuellen aufgearbeitet werden. Dabei gehe es um keinen vordergründig symbolischen Akt, sondern um einen aktiven Denkprozess. Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der verschiedenen Forschungsaufträge vorliegen.

Könnte besser sein

Auch wenn die Liebe keine Grenzen kenne, sei es bedauerlich, dass die Politik viele kenne, meinte die ebenfalls anwesende, designierte neue Klubchefin der Wiener Grünen, Maria Vassilakou. Zwar sei in Österreich Wien Vorreiterin der Anti-Diskriminierungspolitik, aber "wo man's gut macht, heißt's nicht, dass man's nicht besser machen kann".

Vassilakou nannte hier etwa die Errichtung eines Mahnmals für verfolgte Homosexuelle oder die etwaige Beflaggung des Rathauses mit der Regenbogenfahne anlässlich der Parade - was Mailath-Pokorny mit dem Hinweis parierte, dass am 1. Mai das Rathaus ja auch nicht rot beflaggt werde.

Das zeitgleich am Samstag das Donauinselfest stattfindet, hielt Högl eher für einen Vorteil, da aus diesem Grunde einige zehntausend Menschen mehr in der Stadt seien. Ein Problem habe sich allerdings doch ergeben: Es sei unmöglich gewesen, Mobilklos anmieten zu können. (APA)