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Eduard Mainoni

foto: apa/pfarrhofer
Wien - Der Salzburger Mandatar Eduard Mainoni (46) könnte vor dem Sprung in die Regierung stehen. Es seien entsprechende Gespräche mit Vizekanzler Hubert Gorbach (F) und der designierten FPÖ-Chefin Ursula Haubner geführt worden, bestätigte Mainoni Donnerstag Mittag. "Es ist aber noch keine Entscheidung gefallen", betonte Mainoni. Die nächsten Stunden würden aber Klarheit bringen.

Mainoni war zuletzt sowohl als Nachfolger von Justizminister Dieter Böhmdorfer als auch als möglicher zweiter Staatssekretär im Infrastrukturministerium gehandelt worden. Die Zeiger weisen nun in Richtung Staatssekretariat. Denn auf die Frage, ob daran gedacht sei, dass er ins Infrastrukturministerium wechsle, sagte Mainoni kurz und knapp "ja".

Vom Weinfreak zum Staatssekretär

Ein Neuling in der Politik ist der Salzburger nicht, trotzdem ist er außerhalb seines Heimatbundeslandes kaum bekannt. Fachlich setzte er sich als Abgeordneter im Nationalrat zunächst mit dem Thema Sicherheit und zuletzt (als Bereichssprecher) mit Verkehrsfragen auseinander. Seine bisher prominentesten Polit-Funktionen waren Landesparteisekretär der Salzburger FPÖ sowie freiheitlicher Klubchef im Salzburger Gemeinderat.

Von seiner Ausbildung her ist der 46-jährige Jurist. Berufliche Karriere machte Mainoni dann aber in erster Linie beim Österreichischen Wachdienst, wo er von 1986 bis 2001 als Direktor fungierte. Danach wurde er zum Mitglied der Geschäftsführung.

In die Politik geholt hat Mainoni die frühere Salzburger Landesrätin Margot Hofer. Als Organisationstalent machte er sich schnell einen guten Ruf, die Folge war die Ernennung zum Landesparteisekretär. Allerdings kam auch Mainoni aus den legendären Streitereien in der Landespartei nicht ungeschoren davon und musste 1992 abtreten, um alsbald als Klubchef im Gemeinderat wiederzukehren - und das immerhin für sieben Jahre.

Gegen Diskriminierung von Homosexuellen

1999 war es dann endlich so weit, dass der ehrgeizige Mainoni den Weg nach Wien antreten konnte. Nach einem Kurzgastspiel im Bundesrat zog der Jurist in den Nationalrat ein, wo er allerdings während der nächsten drei Jahre eher blass blieb. Auffällig war einzig sein Engagement gegen die Diskriminierung von Homosexuellen.

Beim Auseinanderbrechen von Koalition und FPÖ stand er dann wieder mal an der Seite Haiders, gehörte Mainoni doch zu den "Knittelfeldern". Geschadet hat ihm das bei der Listenerstellung für die Wahl 2002 nicht. Mainoni wurde Listenerster in Salzburg und sicherte sich somit das einzige Mandat, das die FPÖ in dem Bundesland errang.

Unter Schwarz-Blau zwei fiel dem Abgeordneten dann - auch angesichts der viel geringeren Zahl an FP-Mandataren - eine wichtigere Rolle zu. Er wurde zum Verkehrssprecher und durfte oder musste im Hohen Haus die Transitpolitik von Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) verteidigen. Wenn es hart auf hart geht, kann sich aber in erster Linie Jörg Haider auf Mainoni verlassen. Als die Kärntner FPÖ mit einem Nein zur Pensionsreform drohte, war Mainoni einer jener Abgeordneten, die nach Klagenfurt pilgerten, um mit einem Veto zu drohen.

Im persönlichen Umgang gilt der am 10. Februar 1958 geborene Mainoni als freundlich und eloquent. Seine Leidenschaft sind der Wein und das Friaul, wo er ein Haus gemietet hat. Mainoni ist Vater von Zwillingen, seine Töchter sind 19 Jahre alt. (APA)