Rom - Die römische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag einen Prozess gegen 17 Mitglieder der linksextremistischen Terrorgruppe "Neue Rote Brigaden". Sie werden beschuldigt, den Mord an dem Arbeitsrechtsexperten Massimo D'Antona im Mai 1999 geplant und durchgeführt zu haben.

D'Antona, Berater des gemäßigten Gewerkschaftsverbands CISL, war wegen seiner Bemühungen um die Reform des Arbeitsmarkts in die Schusslinie der Terroristen geraten. Drei Jahre später, im März 2002, erschossen die "Neuen Roten Brigaden" auch den Arbeitsrechtsexperten Marco Biagi, der sich an einem tiefgreifenden Reformprojekt zur Flexibilisierung des italienischen Arbeitsmarkts beteiligt hatte.

Zu den Terroristen, für die der Prozess beantragt wurde, zählt auch die Linksextremistin Nadia Desdemona Lioce, die vor zwei Wochen wegen des Mordes an einem Polizisten im Jahr 2003 zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Lioce wird unter anderem des Mordes an Biagi verdächtigt.

Lioce war Anfang März 2003 festgenommen worden, nachdem sie mit ihrem Komplizen Mario Galesi in eine Schießerei im Regionalzug Rom-Florenz verwickelt worden war. Dabei waren der Polizist, Emanuele Petri, und Galesi ums Leben gekommen. Im vergangenen Oktober hatte die italienische Polizei neun hochrangige Aktivisten der Neuen Roten Brigaden festgenommen. (APA)