Denver - Die US-Geheimdienstbeamten Lewis Welshofer und Jeff Williams sollen wegen der Tötung eines irakischen Gefangenen vor Gericht gestellt werden.

Den beiden Unteroffizieren wird vorgeworfen, Abed Hamed Mowhoush während eines Verhörs durch grob fahrlässiges Verhalten erstickt zu haben, wie die Zeitung "The Denver Post" am Donnerstag unter Berufung auf ein Dokument aus dem Verteidigungsministerium berichtete. Die Streitkräfte bereiteten ein Verfahren gegen die Beamten vor.

Abmahnung

Der frühere irakische Generalmajor wurde dem Pentagon-Papier zufolge im November 2003 während des Verhörs im Gefangenenlager Kaim in einen Schlafsack gesteckt. Welshofer soll sich dann auf seinen Brustkorb gesetzt und ihm den Mund zugehalten haben, so dass der 57-Jährige erstickte. Die beiden Beamten erhielten eine Abmahnung und durften anschließend keine weiteren Verhöre durchführen. Der Militärarzt des Lagers gab am 28. November Journalisten gegenüber an, Mowhoush sei eines natürlichen Todes gestorben. Der Vorgesetzte der Geheimdienstler, David Teeples, soll lat "Denver Post" versucht haben, die beiden zu decken.

In Bagdad begann am Donnerstag eine weitere Anhörung gegen eine ehemalige Aufseherin aus dem Gefängnis Abu Ghraib, das im Zentrum des Folterskandals steht. Bei der Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der US-Streitkräfte um die Soldatin Sabrina Harman, die auf einem der Fotos aus Abu Ghraib hinter einer menschlichen Pyramide aus nackten, kapuzentragenden Häftlingen zu sehen war. Die Anhörung Harmans und mehrerer Zeugen dient dazu, zu entscheiden, ob die Vorwürfe für ein Gerichtsverfahren ausreichen. Sie werde am Freitag fortgesetzt, sagte ein Militärsprecher. (APA/AP)