Paris/Wien - Diamanten, deren Herkunft "sauber" ist, bekommen künftig ein fünftes "C". Neben "Cut", "Colour", "Clarity" und "Carat" (Schnitt, Farbe, Lupenreinheit und Karat) steht ein ideeller Wert: "Confidence" ist das Vertrauen in die Tatsache, dass der Händler mit seinen Edelsteinen keine Kriege finanziert. Darauf haben sich die Antwerpener Diamantenföderation, die Vereinigung der Diamantenschürfer (ICEM) und die Nichtregierungsorganisation Global Witness am Mittwoch in Paris geeinigt.

Oberste Voraussetzung für ein fünftes "C" ist das Kimberley-Zertifikat. Seit dem 31. Juli 2003 werden Diamanten aus Ländern, die nicht dem so genannten Kimberley-Abkommen angehören, automatisch als illegal angesehen. Weitere Voraussetzungen seien in Arbeit: "Dazu gehören die ethischen und sozialen Umstände, unter denen Diamantenschürfer tätig sind, sowie die Frage, ob sie Mitglied der Gewerkschaft sein müssen", erklärte Alex Yearsley von Global Witness dem STANDARD. Wie der Beitritt zum Kimberley-Abkommen sei das Befolgen des Pariser Memorandums aber freiwillig.

Wegen der Diskussion um "Blutdiamanten" - Steine, die vor allem von Kriegsführenden illegal verkauft werden - ist der Umsatz in Europa im letzten Jahrzehnt um rund 20 Prozent zurückgegangen. Viele Käufer bevorzugten synthetische Steine. Auch die negativen Auswirkungen des 11. September 2011 auf den US-Handel mit Luxusgütern hätten sich im Diamantenhandel bemerkbar gemacht, betonen die Organisationen. "Viele Mitglieder der Diamantenbranche versuchen daher, zu reformieren", betont Yamina De Laet, Gewerkschafterin bei ICEM.

Konsumentenrolle

In Ermangelung eines internationalen Gesetzes gegen Blutdiamanten sei eine effektive Reform der Branche jedoch derzeit nur mithilfe der Konsumenten zu erzielen. Das fünfte "C" soll als Appell vermarktet werden, nur noch Diamanten mit diesem Kennzeichen zu kaufen. Denn "je schlechter das Geschäft für unsaubere Händler, desto eher sind diese Arbeitgeber bereit, ihre Produktionsbedingungen zu ändern", sagt De Laet. (Eva Stanzl; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.06.2004)