Gänserndorf - Die Investorensuche für den insolventen Gänserndorfer Safaripark wird mehr und mehr zum Krimi. Am Mittwoch - der Abtransport der Streichelzootiere durch den Österreichischen Tierschutzverein war voll im Gange - erzählte Masseverwalter Ferdinand Bruckner Zeitungsjournalisten, er habe einen Käufer für den Park gefunden. Dieser wolle in der Öffentlichkeit vorerst namenlos bleiben, werde aber bis Montag 300.000 Euro auf das Massekonto überweisen.

Andere an der mühevollen Parkzukunftssuche Beteiligte zeigten sich ratlos: Bruckner selbst habe die Nachricht vom finanzkräftigen Retter auf Befragen zuletzt mit den Worten: "Das gehört ins Reich der Fabel" quittiert, erzählte Helmut Miernicki, Ko-Geschäftsführer der Regionalentwicklungsagentur des Landes, Eco Plus. Am Donnerstag war Bruckner für den STANDARD nicht zu erreichen.

Pachtwirren

Tags zuvor - die Meldung vom Investor war noch nicht verbreitet - hatte ein zuständiger Mitarbeiter der Gemeinde Gänserndorf pessimistisch geklungen: "Wir wissen gar nichts, auch nicht vom Masseverwalter". Gerüchten zufolge sei es Bruckner jedoch gelungen, eine Lösung für die verzwickten Eigentumsverhältnisse im Park anzuleiern, die Investoren bisher abgeschreckt hätten: Das Gelände, auf dem das Haus der pensionierten Baxter-Versuchsaffen steht, wurde von der Gemeinde verpachtet, der Pächter gab es an eine Unterpächterin weiter, die die Verträge mit den früheren Safariparkbetreibern abgeschlossen hatte.

Der Safaripark ist seit Jänner 2004 in Konkurs. Zuletzt hatte die mit der Tierbetreuung vom Land beauftragte GesmbH dem Masseverwalter wegen Sicherheitsbedenken ein Ultimatum gestellt. (bri; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.06.2004)