Istanbul - US-Präsident George W. Bush hat der Türkei Unterstützung gegen die kurdische Rebellenbewegung zugesagt. In einem am Freitag ausgestrahlten Interview des türkischen Fernsehsenders NTV erklärte er, die USA stünden der türkischen Regierung in ihrem Vorgehen gegen Separatisten zur Seite. Bush wird am Wochenende in der Türkei erwartet, wo Anfang kommender Woche ein NATO-Gipfel in Istanbul stattfindet. Die Regierung in Ankara hat die USA wiederholt um Unterstützung zur Abwendung von Angriffen der Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) von irakischem Territorium aus gebeten. Die Guerillakämpfer werden von Washington als Terroristen eingestuft. Der nordirakische Kurdenführer Jalal Talabani hat sich in der Türkei für eine Generalamnestie zu Gunsten der PKK-Kämpfer ausgesprochen. In diesem Fall würden die meisten nach Hause zurückkehren, sagte der Vorsitzende der "Patriotischen Union Kurdistans" (PUK) am Donnerstag in einem Interview des türkischen Senders NTV. Teilamnestie

Die PKK-Rebellen, die sich nach der Festnahme ihres Vorsitzenden Abdullah Öcalan vor fünf Jahren in den Nordirak abgesetzt hatten, haben ihre Angriffe in der Türkei in den vergangenen Wochen wieder intensiviert. Rund 5.000 Kämpfer der PKK sitzen in den nordirakischen Bergen, die nordirakischen Kurden unter Talabani und Massud Barzani, dem Chef der "Demokratischen Partei Kurdistans" (KDP), konnten sie aus eigener Kraft nicht vertreiben. Inzwischen stehen ihnen die US-Streitkräfte zur Seite.

Die türkische Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Teilamnestie für politische Extremisten erlassen, die jedoch nur wenige PKK-Rebellen in Anspruch genommen hatten. Verhandlungen mit den kurdischen Separatisten, die von 1984 bis 1999 im Südosten der Türkei einen Guerillakrieg mit 30.000 Todesopfern geführt hatten, hat Ankara bisher kategorisch abgelehnt. Stattdessen hat sie die USA wiederholt aufgefordert, die PKK-Rebellen aus dem Nordirak zu vertreiben. (APA/AP)