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Karin Miklautsch. Erste Justizministerin Österreichs und kein FPÖ-Mitglied

foto: ap/punz
Klagenfurt - Mit Karin Miklautsch haben die Freiheitlichen eine in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Kärntner Landesbeamtin an die Spitze des Justizressorts berufen. Die 40-jährige Juristin ist gebürtige Steirerin, die bereits im Volksschulalter nach Kärnten übersiedelte. Zuletzt war sie Leiterin der Abteilung Wasserrecht im Amt der Kärntner Landesregierung. Sie ist nicht Mitglied der FPÖ.

Wasserrecht

Ihrem Lebenslauf ist zu entnehmen, dass die Neo-Ministerin am 11. März 1964 in Graz geboren wurde und zunächst die Volksschule in St. Lorenzen bei Knittelfeld besuchte, ein in der Parteigeschichte der FPÖ mittlerweile legendäre Region. Die Matura legte sie in Villach ab, das Jusstudium absolvierte sie in Innsbruck. Nach dem Gerichtspraktikum in Villach und Klagenfurt arbeitete die Magistra als Konzipientin bei einem Klagenfurter Rechtsanwalt, ehe sie im September 1991 in das Amt der Kärntner Landesregierung wechselte. Sie fungierte als Juristin in der Abteilung 8 (Umweltschutzrecht) und leitete seit April 1999 die Unterabteilung für Wasserrecht.

"Fähige Mitarbeiterin"

Miklautsch wird als "fähige Mitarbeiterin, die sich auf allen Gebieten gut bewährt" beschrieben. Besonders verdient gemacht hat sie sich um die Kärntner Wasserschiene. Auf Grund ihrer Sprachkenntnisse (Englisch, Italienisch) und Managementschulungen (1998 College-Abschluss, derzeit Universitätslehrgang Public Management an der Uni Klagenfurt mit Arbeit an der Master Thesis zum Thema "Ein Marketing-Konzept für eine Non Profit-Organisation am Beispiel der Interpaevent") ist sie auch mit EU-Koordinationsaufgaben betraut gewesen. Dazu gehört u.a. der Aufbau des Ländernetzwerkes EU-Wasserwirtschaft.

Kein FPÖ-Mitglied

Politisch ist Miklautsch ein unbeschriebenes Blatt. Den Kärntner Lokalmedien war zu entnehmen, dass Landeshauptmann Jörg Haider (F) sie im März 2003 zur Büroleiterin machen wollte. Die junge Beamtin soll aber dieses Angebot abgelehnt haben. Sie ist auch nicht Parteimitglied.

In Frauenclub tätig

Privat lebt die geschiedene Neo-Ministerin in einer Lebensgemeinschaft. Sie engagiert sich im internationalen Frauenclub ZONTA, ein weltweites Netzwerk berufstätiger Frauen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Stellung der Frau in rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Belangen zu verbessern. Die vergangenen zwei Jahre war sie Präsidentin von ZONTA Klagenfurt.

Überraschung

Als Hobbys sind im Lebenslauf Reisen, Bergwandern, Reiten, Laufen, Skilaufen, Lesen und Theater angegeben. Der Wechsel von Karin Miklautsch ins Justizministerium hat selbst ihre engsten Mitarbeiter überrascht. (APA)