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Shrimps aus Aquafarmen könnten durch Cholera-Erreger oder Hepatitis-A-Viren aus Abwässern verunreinigt sein, so das BfR.

Foto: REUTERS/Colin Braley
Berlin - Durch den weltweiten Handel mit Lebensmitteln können bereits besiegt geglaubte Krankheitserreger wieder auftreten. Lebensmittelinfektionen seien ein globales Problem, warnt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. "Nur wenn wir international einheitlich hohe Maßstäbe an die hygienische Qualität unserer Lebensmittel anlegen, können wir auf Dauer verhindern, dass neue Erreger an Bedeutung gewinnen oder regional ausgerottete Krankheiten wieder aufleben", so BfR-Präsident Andreas Hensel.

Als Beispiel wurden Schnittsalate und andere pflanzliche Lebensmittel wie Kichererbsenbrei oder Mandeln genannt, die roh verzehrt werden. Da sie mit Salmonellen belastet sein könnten, wären sie eine ernst zu nehmende Quelle für Infektionen, so das BfR. Wie es weiter hieß, sind Zuchtanlagen für Fische und Meeresfrüchte in den Ländern Asiens häufig in Einzugsgebieten von Ballungsräumen angesiedelt. Dadurch könnten Produkte aus diesen Aquafarmen durch Cholera-Erreger oder Hepatitis-A-Viren aus Abwässern verunreinigt sein. Vor allem Shrimps, Muscheln oder Tintenfische sollten deshalb grundsätzlich nicht roh verzehrt werden, empfiehlt das Institut.

Warnung vor Trichinellose

Gleichzeitig machte das BfR deutlich, dass die Problematik bei weitem keine rein "exotische" ist. Mit der Erweiterung des europäischen Binnenmarktes könnten Krankheiten erneut aufflammen, die in der Europäischen Union als besiegt galten. So warnen laut BfR Wissenschafter vor einer Rückkehr der Trichinellose, einem Wurmbefall: In einigen Regionen der neuen EU-Mitgliedstaaten sei die Trichinen-Befallsrate von Schweinen vergleichsweise hoch. Deshalb gelte es, das Risiko für den Verbraucher kurzfristig durch den Aufbau eines lückenlosen Überwachungssystems und die Sanierung der Viehbestände einzudämmen.

Dass Risiken durch Mikrobakterien nicht zu unterschätzen sind, zeigt ein Blick auf die Statistik: Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich rund zwei Millionen Menschen an verdorbenen Lebensmitteln. Die Kosten, die dem Gesundheitswesen nur durch Salmonellen-Erkrankungen entstehen, beziffert die Europäische Union auf drei Milliarden Euro jährlich. (APA/AP)