Kabul - Taliban-Kämpfer haben nach Behördenangaben in Afghanistan 16 Menschen getötet, nachdem sie bei ihnen Karten zur Registrierung für die Wahl im September entdeckt haben.

Die Freischärler hätten am Freitag im Bezirk Chas Urusgan im Zentrum des Landes einen Bus mit 17 Zivilisten gestoppt, sagte ein Vertreter des Bezirks am Sonntag. Sie hätten die Reisenden in die benachbarte Provinz Sabul verschleppt. Dort hätten die Taliban alle Zivilisten bis auf einen getötet. "Sie wurden ganz offensichtlich umgebracht, weil sie die Registrierungskarten bei sich hatten."

Anschlag auf Wahlhelferinnen

Am Samstag waren bei einem Anschlag auf einen Bus zwei Wahlhelferinnen und ein Kind getötet worden. Zwölf Menschen wurden nach Polizeiangaben bei dem Attentat in Jalalabad im Osten des Landes verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban, die die Wahlen stören wollen.

Rund 4,5 Millionen der fast zehn Millionen Wahlberechtigten haben sich bereits registrieren lassen. Doch vor allem in den konservativ geprägten Provinzen im Süden und Osten geht die Registrierung nur sehr schleppend voran. In diesen Regionen sind auch die Taliban-Kämpfer und verbündete Moslem-Extremisten besonders aktiv. Das US-Militär hat vor weiteren Anschlägen vor den Wahlen gewarnt. (APA/Reuters)