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Dehnen für Dänemark: Pavel Nedved (re) and Tomas Galasek.

Foto: Reuters/Popov
Porto - Im für Tschechien bedeutungslosen letzten Gruppen-Spiel gegen Vize-Weltmeister Deutschland genügte die B-Auswahl, doch im letzten EM-Viertelfinale gegen "Danish Dynamite" soll die A-Elf ähnlich wie gegen die Niederlande wieder ein spielerischen Feuerwerk abbrennen. Als Bühne dient am Sonntag das Drachen-Stadion in Porto. "Nach drei Siegen haben wir großes Selbstvertrauen. Nun geht das Turnier von vorne los", sagte der tschechische Stürmer und dreifache Torschütze Milan Baros.

"Unsere Burschen waren großartig", lobte Mittelfeld-Motor und Kapitän Pavel Nedved seine Kollegen, die mit dem 2:1 am Mittwoch ihren Job mit Bravour erledigten und die frustrierte DFB-Elf nach Hause geschickt hatten. Dass die neun "Ersatzleute" für Nedved, Rosicky, Koller und Co. nun im Duell der Ex-Europameister (1976 bzw. 1992) klaglos wieder ins zweite Glied zurücktreten, spricht für den von Tomas Rosicky oft beschriebenen Zusammenhalt: "Wir haben einen großartigen Teamgeist."

Leuchtendes Vorbild ist Marek Heinz von Banik Ostrau. Er überzeugte gegen Lettland (ein Tor) und die Niederlande als Einwechselspieler. Gegen Deutschland, als er zur Startelf gehört hatte, sorgte er mit einem tollen Freistoß für das wichtige 1:1. Dennoch hat der in Bestform auftrumpfende 26-Jährige, an dem Austria Interesse zeigte, kein Problem als Joker. "Gegen die Dänen werde ich wohl wieder nicht von Anfang an spielen. Aber wenn man mich braucht, bin ich zur Stelle. Wir haben doch alle das selbe Ziel."

Teamchef Karel Brückner, der das Gerede von A- und B-Elf ohnehin nicht gern hört, ist in einer komfortablen Lage. Fast alle der für Sonntag vorgesehenen Profis seines Luxuskaders kamen zuletzt vor einer Woche (3:2 gegen die Oranjes) zum Einsatz und hatten somit genug Zeit, um Wehwehchen auszukurieren und neue Kräfte zu tanken. "Die Pause haben wir nach den ersten zwei Spielen auch gebraucht", sagte Nedved.

Dennoch weist Brückner die Favoritenrolle von sich. "Wir hatten uns auf Italien eingestellt. Aber die Dänen spielen mutig nach vorn und sind gute Techniker. Bis Sonntag weiß ich alles über sie", sagte der 64-jährige Trainerfuchs mit verschmitztem Lächeln und einem Augenzwinkern. Anders als Brückner hat Morten Olsen Sorgen. Seine Elf musste noch am Dienstag (2:2 gegen Schweden) Schwerstarbeit verrichten und hatte vier Tage weniger Pause als der kommende Gegner.

Außerdem muss der Dänen-Coach, der vor vier Jahren seine Erfahrungen als Ajax-Trainer mitgebracht und das 4-3-3-System umgesetzt hat, Verteidiger Niclas Jensen ersetzen, dessen Fleischwunde am Schienbein mit 25 Stichen genäht werden musste. Angeschlagen sind neben Daniel Jensen auch Rommedahl und Jörgensen. Sogar stark gefährdet ist der Einsatz von Stürmer Sand, den Schmerzen im gezerrten Gesäßmuskel plagen. "Wenn bei uns drei, vier Schlüsselspieler ausfallen, bekommen wir Probleme", so Torjäger Tomasson.

Vor vier Jahren, als beide Länder vorzeitig ausschieden, setzten sich die Tschechen im letzten Gruppen-Spiel 2:0 durch. Trotz aller dieser Vorzeichen ist Olsen, der für Spaß am Spiel, Offensive und Erfolg steht, optimistisch. "So wie wir jetzt spielen, können wir jeden schlagen", sagt der 54-Jährige. Zwar erklärt er die Tschechen zu einem der Turnier-Favoriten, doch das kommt seiner Strategie und Taktik eher entgegen. "Ich habe lieber Gegner, die wie wir Fußball spielen wollen." (APA/dpa)

Viertelfinale:
  • TSCHECHIEN - DÄNEMARK (Sonntag, Dragao-Stadion von Porto, 20.45 Uhr MESZ/live ORF, Schiedsrichter Walentin Iwanow/Russland):

    Tschechien: Cech - Grygera, Ujfalusi, Jiranek, Jankulowski - Galasek/Heinz, Poborsky, Rosicky, Nedved - Baros, Koller

    Dänemark: Sörensen - Helveg, Henriksen, Laursen, Bögelund - Gravensen, Tomason, D. Jensen - Jörgensen, Sand oder Rommedahl, Grönkjaer