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Gesucht: Abu Mussab al Zarqawi

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Kerbela/Bagdad - Die US-geführte Verwaltung im Irak hat eine neue Kampagne für die Festnahme des mutmaßlichen irakischen El-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al Zarqawi gestartet.

Im ganzen Land würden die Bewohner auf Plakaten und in Bekanntmachungen über die ausgesetzte Kopfgeldprämie von zehn Millionen Dollar informiert, sagte Dan Senor, Sprecher der Verwaltung am Samstag in Bagdad. "Er bleibt unser Ziel Nummer Eins in diesem Land. Er ist ein sehr wirkungsvoller Terrorist", sagte Brigadegeneral Mark Kimmitt, der stellvertretende Leiter der US-Militäroperation in dem Golfstaat. "Jeder Bürger dieses Landes muss verstehen, dass er bei der Jagd nach Zarqawi eine Rolle spielt."

Eine von dem aus Jordanien stammenden Zarqawi geführte Gruppe hat sich unter anderem zu zahlreichen Selbstmordanschlägen und zu den Enthauptungen einer amerikanischen und einer südkoreanischen Geisel bekannt. Die Gruppe hat auch die Verantwortung für Anschläge am Donnerstag übernommen, bei denen mehr als 100 Iraker und drei US-Soldaten getötet wurden. Zudem bekannte sich die Gruppe zu einem Anschlag auf den irakischen Vize-Innenminister vor einer Woche in Bagdad, bei dem der Minister selbst zwar überlebte, aber mindestens fünf Menschen starben.

US-Präsident George W. Bush hat Zarqawi schon mehrmals als Verbindung der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden zum Irak des gestürzten Machthabers Saddam Hussein dargestellt. Dies ist aber umstritten. Einige Experten sehen zwar Ähnlichkeiten in den Standpunkten von El Kaida und Zarqawi, halten ihn aber für unabhängig von dem Netz, das unter anderem für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht wird.

In der vergangenen Woche haben die US-Truppen drei Angriffe auf Häuser in der Stadt Falluja geführt, in denen sie Anhänger Zarqawis vermuteten. Bei einem Angriff am Freitag dürfte Zarqawi nur knapp verfehlt worden sein, sagte Kimmitt. Zahlreiche Autos hätten sich nach dem Angriff von dem Gebäude entfernt. "Es ist die Einschätzung der Koalition, dass es Zarqawi und einige seiner wichtigsten Leute gewesen sein können." Dies stehe aber noch nicht fest.

Der irakische Großayatollah Mohammed Taki al Mudarrissi hat unterdessen die Anschläge der vergangenen Tage scharf verurteilt. "Dieses Phänomen der Morde und Explosionen, denen Tausende von Unschuldigen zum Opfer fallen, lässt auf niedrige Beweggründe, fehlende Menschlichkeit und Spaß am Blutvergießen seitens der Täter schließen", sagte der schiitische Geistliche der dpa am Samstag in Kerbela.

Keine der Offenbarungsreligionen - wie Judentum, Christentum oder Islam - toleriere Töten und sinnloses Blutvergießen, fügte der Großayatollah hinzu, der die Organisation Islamische Aktion leitet. Al Mudarrissi betonte, die sunnitischen und schiitischen Religionsgelehrten im Irak hätten sich auf einen gemeinsamen nationalen Standpunkt geeinigt. Diese Einigung habe weiter Bestand. (APA/dpa/Reuters)