Istanbul - Mit einem Treffen der Verteidigungsminister beginnt am Sonntag Nachmittag der NATO-Gipfel in Istanbul. Im Mittelpunkt der Gespräche steht ein mögliches Engagement der Allianz im Irak sowie die geplante Ausweitung der Mission in Afghanistan.

Die Staats- und Regierungschefs der jetzt 26 Mitgliedstaaten wollen zum Auftakt ihres Treffens zu einem Abendessen zusammenkommen. Die erste Arbeitssitzung ist für Montag Früh geplant.

Im Fall Irak zeichnet sich ab, dass die NATO der Bitte der designierten Übergangsregierung nachkommen und dem Land bei der Ausbildung von Sicherheitskräften helfen wird. In Afghanistan plant die Allianz, die Wiederaufbauteams in den Provinzen aufzustocken. Dazu hofft Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf Zusagen der Mitgliedstaaten für weitere Truppen. Am Rande des Gipfels dürfte auch die Suche der Europäischen Union nach einem neuen Präsidenten der EU -Kommission eine Rolle spielen.

Aufstockung der Truppen in Afghanistan

Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General James Jones, will die internationalen Truppen in Afghanistan vor den Wahlen im September um 2000 Soldaten aufstocken. Er sei zudem "vorsichtig optimistisch", dass der am Montag beginnende NATO-Gipfel der Ausweitung der ISAF-Mission über Kabul hinaus zustimmen werde, sagte Jones am Samstag bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt.

Die Ausweitung des Einsatzes könne "wahrscheinlich innerhalb von 30 Tagen" beginnen. Er hoffe, dass der Istanbuler Gipfel die Stationierung von fünf zusätzlichen regionalen Wiederaufbauteams (PRT) im Norden des Landes ermöglichen werde. Jones sagte, er habe um fünf C130-Transportflugzeuge, mehrere Helikopter und medizinische Einrichtungen in Kabul gebeten sowie um schnelle Eingreiftruppen und Aufklärungseinheiten. Für die Zeit um die Wahlen im September habe er für 90 Tage ein Bataillon angefordert. (APA/AP)