Rom - Zweiter Tag der Stichwahlen in Italien: Seit 7.00 Uhr sind heute (Sonntag) die Urnen für den zweiten Wahldurchgang der Kommunal- und Provinzwahlen geöffnet, zu denen an diesem Wochenende zwölf Millionen Italiener aufgerufen sind. Gewählt wird in den 22 Provinzen und 101 Gemeinden mit über 15.000 Einwohnern, in denen kein Kandidat beim ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen die absolute Stimmenmehrheit erhalten hat. Die Wahllokale sind heute bis 22.00 Uhr geöffnet. Die Wahlergebnisse werden am Montag offiziell bekannt gegeben. Am ersten Wahltag war die Wahlbeteiligung in den meisten Provinzen und Gemeinden niedrig.

Wahlgebiete

Gewählt wird der Bürgermeister in den sechs größeren Städten Florenz, Bergamo, Arezzo, Foggia, Biella und Vercelli. In Florenz ist ein harter Kampf zwischen dem Stadtoberhaupt und Kandidaten der Mitte-Links-Allianz, Leonardo Dominici, und dem Vertreter der Regierungskoalition, Domenico Valentino, entbrannt. Dominici erhielt beim ersten Wahldurchgang 49,2 Prozent der Stimmen, Valentino erreichte 29,7 Prozent.

Revanche nach EU-Wahlen?

Regierungschef Silvio Berlusconi hofft auf eine Revanche nach den Stimmenverlusten bei den EU-Wahlen und beim ersten Wahldurchgang der Kommunalwahlen. Nach dem Urnengang wird in Italien eine Regierungsumbildung erwartet.

"Die Stichwahlen sind ein entscheidender Test für Regierungschef Berlusconi, der sich in mehreren Provinzen, darunter Mailand, persönlich im Wahlkampf engagiert hat. Nach den schweren Stimmenverlusten bei den EU-Wahlen vor zwei Wochen haben die Wähler eine zweite Gelegenheit, Berlusconi zu bestrafen", sagte der Spitzenpolitiker der oppositionellen Sammelbewegung Margherita, Enrico Letta.

Aufruf zur Wahlbeteiligung

Der Koordinator und "Wahlstratege" der Berlusconi-Partei Forza Italia, Sandro Bondi, der trotz der Schlappe seiner Partei seinen Sessel retten konnte, warnte vor der Gefahr der Stimmenthaltung. "Es ist überaus wichtig, dass die Wahlberechtigten wählen gehen. Auf Lokalebene werden Beschlüsse gefasst, die direkt unser aller Leben betreffen", meinte Bondi. (APA)