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15 Jahre ist es her, dass der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und sein Amtskollege Gyula Horn den Eisernen Vorhang durchschnitten.

Foto: APA/HERBERT P. OCZERET
Eisenstadt - Mit einer Festveranstaltung am Schauplatz der Massenflucht von rund 600 DDR-Bürgern aus Ungarn nach Österreich - an der Staatsgrenze zwischen dem burgenländischen St. Margarethen und dem ungarischen Fertörakos - wurde am Sonntag des 15. Jahrestages des Durchschneidens des Eisernen Vorhangs durch die damaligen Außenminister der beiden Nachbarstaaten, Gyula Horn und Alois Mock, gedacht. "Das war der schönste Augenblick meines Berufslebens", erinnerte sich Mock sichtlich bewegt an den historischen Moment. An der Feier, bei der auch ein Gedenkstein enthüllt wurde, nahmen Persönlichkeiten aus Österreich und Ungarn sowie Botschafter mehrerer europäischer Länder teil.

"Maximal geholfen"

Gyula Horn, der ebenfalls gekommen war, dankte seinem Freund Alois Mock und der damaligen Bundesregierung, "dass sie uns maximal geholfen haben, die Durchreise ostdeutscher Bürger durch Österreich zu ermöglichen". Sehr stolz sei er darauf, betonte der frühere ungarische Außenminister, dass die Entscheidung der damaligen ungarischen Regierung, den Eisernen Vorhang abzureißen, auch von der Nation unterstützt wurde. Erfreut zeigte sich Horn auch über die Erweiterung der EU mit 1. Mai 2004. "Wir sind aufeinander angewiesen, unseren Traum bezüglich Europa zu verwirklichen: dass man in hier nicht nur geboren werden und sterben kann, sondern dass es sich auch lohnt, hier zu leben."

Auch Ungarns EU-Kommissar Peter Balazs erinnerte daran, dass mit Mai 2004 zehn neue Mitgliedsländer zur EU gestoßen sind, "im Juni wurde die Verfassung verabschiedet, im Juli findet die erste Sitzung des neu gewählten Parlaments statt und im Herbst erneuert sich auch die Kommission". Es werde zu neuen Entwicklungen kommen und dafür brauche man "tapfere Entscheidungen, wie es das Durchschneiden des Eisernen Vorhangs war".

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl, der Mock, Horn, Balazs und dem Bürgermeister von Sopron (Ödenburg), Dezsö Walter, jeweils ein Originalstück des Grenz-Stacheldrahts überreichte, meinte, durch den Fall des Eisernen Vorhangs vor 15 Jahren sei die Tür zur europäischen Einigung geöffnet worden.

Zahlreiche Menschen nahmen an der Feier teil, die von den Vertretungen der EU-Kommission in Österreich und in Ungarn in Kooperation mit den Außenministerien beider Länder, der jeweiligen Botschaft, der Burgenländischen Landesregierung, der Stadt Sorpon und den Gemeinden Fertörakos (Kroisbach) und St. Margarethen veranstaltet wurde. Der Ort der Massenflucht von DDR-Bürgern im August 1989 ist mittlerweile als Gedenkpark eingerichtet worden. (APA)