Neu Delhi - Überschattet von Gewalt in Kaschmir haben die Atommächte Indien und Pakistan am Sonntag erstmals seit drei Jahren wieder Verhandlungen über die geteilte Unruheregion aufgenommen. Eine gemeinsame Erklärung wird erst am Montag zum Abschluss des Treffens der Außenamts-Staatssekretäre Indiens und Pakistans, Shashank (richtig) und Riaz Khokhar, erwartet. Am Freitagabend waren bei einem Angriff mutmaßlicher moslemischer Separatisten im indischen Teil Kaschmirs zwölf Menschen getötet worden. Auch am Samstag war es zu Zusammenstößen mit mindestens zwei Toten gekommen.

Interessen der Bevölkerung Kaschmirs sollen berücksichtigt werden

Im Zuge der Friedensgespräche wurden nach Angaben des Sprechers des pakistanischen Außenministeriums, Masood Khan, unter anderem die Errichtung einer Buslinie zwischen den beiden Teilen Kaschmirs diskutiert. Auch die Wiedereröffnung von Konsulaten in den Hafenstädten Mumbai (Bombay) in Indien und Karachi in Pakistan sei erörtert worden. Khan betonte, die Wünsche der mehrheitlich moslemischen Bevölkerung Kaschmirs würden bei den Verhandlungen berücksichtigt. Staatssekretär Khokhar traf in Neu Delhi auch mit kaschmirischen Separatisten zusammen.

Die Regierungen in Islamabad und Neu Delhi hatten im Jänner die Aufnahme von Friedensverhandlungen vereinbart. Am Sonntag vor acht Tagen hatten beide Seiten bei Expertengesprächen beschlossen, ihren Atomteststopp fortzusetzen. Voraussichtlich im August sollen die Außenminister beider Staaten zusammentreffen. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. (APA/dpa)