Wenn eine Frau schwanger ist, sollten alle eher davon überrascht werden als sie selbst. Dessen ungeachtet erfuhr es unsere Kollegin Z. buchstäblich in letzter Sekunde per Post von der Gebietskrankenkasse: "Anlässlich Ihrer Entbindung haben Sie bis 1. 8. 2004 Anspruch auf Wochengeld." Besonders erfreulich: "Bis zum Ende des Wochengeldanspruches besteht für Sie nach den Bestimmungen des Mutterschutzes ein Beschäftigungsverbot." So was hört man gerne Ende Juni. Und mit dem generalpräventiv zugesagten Kinderbetreuungsgeld geht sich für Z. sicher eine romantische Venedigreise aus.

Es gibt aber auch üblere Formen der Scheinschwangerschaft. Unlängst traf K. im Kreise von Freunden seine langjährige Bekannte D., eröffnete mit: "Gut schaust aus, gratuliere!" und vollstreckte mit: "Im wievielten Monat bist'n?" D. erwiderte: "Wie meinst du?" - Quälereien wie die folgende sollten akustischen Anrainern erspart bleiben. K. probierte es mit: "Ah so. Es hat geheißen, du seiest (. . .) und da dachte ich schon - komisch, man sieht's gar nicht, aber durch die weite Bluse wiederum könnte man (. . .)"

D. rettete die Situation und sagte: "Ich weiß, ich bin fett geworden. Und du schaust versoffen aus!" (Der Standard, Printausgabe 28.6.2004)