Bild nicht mehr verfügbar.

Milan Baros (re) macht seinen ersten Treffer in diesem Spiel. Sörensen (li) beim Schupfer chancenlos.

Foto: REUTERS/David Gray
Porto - Der letzte Semifinal-Teilnehmer bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal heißt Tschechien. Die Tschechen setzten sich am Sonntagabend in Porto im Estadio do Dragao in der abschließenden Viertelfinal-Partie gegen Dänemark durch Treffer von Jan Koller (49. Minute) und Milan Baros (63. sowie 65. Minute) mit 3:0 (0:0) durch und zogen damit als vierte Mannschaft nach Gastgeber Portugal, Überraschungsteam Griechenland und den Niederlanden ins Halbfinale ein.

Beide EM-Qualifikationsgegner des ÖFB-Teams noch dabei

Dort treffen die Tschechen am Donnerstag erneut in Porto auf die Griechen, bereits am Mittwoch bekommen es die Portugiesen in Lissabon mit den Holländern zu tun. Das Finale geht dann am Sonntag im Estadio Da Luz von Lissabon über die Bühne. Durch den Erfolg von Tschechien stehen auch beide EM-Qualifikationsgegner des ÖFB-Teams in der Runde der letzten Vier, bereits am Samstag waren die Niederländer nach einem Elfmeter-Krimi gegen Schweden ins Semifinale aufgestiegen.

Dänen nicht in Bestbesetzung

Im Gegensatz zum 2:1 mit der "B-Elf" gegen Deutschland hatten die Tschechen diesmal wieder ihre erste Garnitur mit allen Stammspielern auf dem Platz. Bei den Dänen waren Verteidiger Niclas Jensen, Mittelfeldspieler Daniel Jensen und Mittelstürmer Ebbe Sand verletzt ausgefallen. Für die beiden Jensens waren Namenskollege Claus und Kasper Bögelund neu in die Mannschaft gekommen, statt Sand rückte Jon Dahl Tomasson aus dem Mittelfeld ganz nach vorne.

Taktik im Mittelpunkt

Die erste Viertelstunde gehörte den Tschechen, die aber nur zu Halbchancen durch Pavel Nedved (3.), Milan Baros (6.), Jan Koller (12.) und Tomas Galasek (13.) kamen. Doch in der Folge übernahmen die Dänen das Kommando, Christian Poulsen (16. und 19.) und Thomas Gravesen (26.) blieben jedoch ebenso glücklos. Die Partie war danach zusehends mehr von Taktik geprägt, weitere Möglichkeiten bis zur Pause gab es nicht mehr. In der Nachspielzeit landete eine Flanke von Karel Poborsky an der Querlatte, aber der Schiedsrichterassistent hatte bereits zuvor den Ball hinter der Torauslinie gesehen.

Maßflanke Poborsky, Koller zur Stelle

Die rund 40.000 Zuschauer (mit dem Abschluss des Viertelfinales war die Millionen-Grenze überschritten worden) hatten auf das wenig berauschende Geschehen in den ersten 45 Minuten bereits mit Pfiffen reagiert und nach dem Wechsel wurden ihnen endlich auch Tore geboten. Die Tschechen gingen im Duell der Europameister von 1976 bzw. 1992 in der 49. Minute in Führung: Poborsky zirkelte einen Eckball zur Mitte und Koller setzte sich im Duell gegen seinen Bewacher Laursen durch und traf per Kopf zum 1:0.

Baros Führender der Torschützenliste

Der Treffer schien wie eine Erlösung für die Tschechen. Während dem "Danish Dynamite" noch der Schock in den Knochen steckte, schlugen die Mannen von Erfolgscoach Karel Brückner noch zwei Mal zu. Zunächst überhob Baros nach idealer Poborsky-Vorlage Sörensen (63.) und nur zwei Minuten später machte der Liverpool-Stürmer seinen Doppelpack perfekt und setzte sich mit nunmehr fünf Treffern alleine an die Spitze der Torschützenliste. Nedved bediente den 22-jährigen und dieser setzte den Ball trotz Bedrängnis mit links hoch ins kurze Eck.

Minimalisten

Der Rest war nur noch Formsache: Die Dänen ließen durch Grönkjaer (72.) und Madsen (78.) Möglichkeiten zum Ehrentor ungenützt, die Tschechen schalteten einen Gang zurück - 16 starke Minuten hatten zum Einzug ins Semifinale genügt. (APA/red)

Viertelfinale:
  • Tschechien - Dänemark 3:0 (0:0)
    Estadio do Dragao, 40.000, SR Walentin Iwanow (RUS)

    Tore:
    1:0 (49.) Koller
    2:0 (63.) Baros
    3:0 (65.) Baros

    Tschechien: Cech - Jiranek (39. Grygera), Ujfalusi, Bolf (65. Rozehnal), Jankulovski - Poborsky, Galasek, Rosicky, Nedved - Baros (70. Heinz), Koller

    Dänemark: Sörensen - Helveg, Laursen, Henriksen, Bögelund - Poulsen, C. Jensen (71. Madsen), Gravesen - Grönkjaer (78. Rommedahl), Tomasson, Jörgensen (85. Lövenkrands)

    Gelbe Karten: Jankulovski (10./Foul), Ujfalusi (45./Foul), Nedved (61./Foul) bzw. Poulsen (51./Foul), Bögelund (56./Halten), Gravesen (77./Foul)