Neu-Delhi - Indien und Pakistan haben am Montag ihre ersten umfassenden Gespräche über die Konfliktregion seit sechs Jahren beendet. Im Mittelpunkt standen vertrauensbildende Maßnahmen und Sicherheitsfragen. Die Verhandlungen stehen im Rahmen eines Friedensprozesses zwischen den beiden verfeindeten Atommächten. Die Gespräche am Montag dauerten mehr als eine Stunde. Weitere Gespräche und möglicherweise auch ein Treffen der Staatschefs sollen folgen.

Seit 15 Jahren kämpfen in Kaschmir zahlreiche Rebellengruppen für die Unabhängigkeit von Indien oder den Anschluss an Pakistan. Indien hat Pakistan vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen, Pakistan hat den Vorwurf zurückgewiesen. Beide Staaten erheben Anspruch auf das gesamte Gebiet, das zu 46 Prozent zu Indien und zu 35 Prozent zu Pakistan gehört. Die restlichen 19 Prozent stehen unter chinesischer Kontrolle. Der Konflikt kostete bereits mehr als 65.000 Menschen das Leben.

Beide Seiten haben fast eine Million Soldaten in der Region zusammengezogen. Im November einigten sich Neu-Delhi und Islamabad auf einen Waffenstillstand entlang der Grenze. Seit einem Gipfeltreffen des damaligen indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf im Jänner stehen die Zeichen auf Entspannung. Erst vor einer Woche vereinbarten beide Staaten die Einrichtung eines Roten Telefons zur Vermeidung eines Atomkriegs. (APA/AP)