Italiens oppositionelles Ulivo-Bündnis hat auch bei den Stichwahlen in Provinzen und Gemeinden am Sonntag einen deutlichen Sieg errungen. Größter Erfolg der von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi unterstützten Allianz ist die Eroberung der Finanz-und Industriemetropole Mailand, die als unangefochtene Hochburg des Rechtsbündnisses galt. Dort besiegte Filippo Penati die Kandidatin von Premier Silvio Berlusconis Forza Italia, Ombretta Colli, mit 54 zu 46 Prozent.

In Florenz gewann der bisherige Ulivo-Bürgermeister Leonardo Domenici deutlich mit 66 Prozent. Das Rechtsbündnis siegte in den Provinzen Padua und Verona und stellt erneut den Bürgermeister in Arezzo.

Regierungsumbildung

Die Ulivo-Allianz siegte in 52 von 63 Provinzen und stellt in den Provinzhauptstädten, in denen gewählt wurde, 22 der 30 Bürgermeister. "Das ist ein historischer Tag, der Berlusconis endgültigen Niedergang einläutet", erklärte Uli vo-Sprecher Francesco Rutelli. Prodi wertete Berlusconis Niederlage in dessen Heimatstadt Mailand als "wichtiges politisches Signal". Der Premier schloss einen Rücktritt kategorisch aus: "Wir sind für fünf Jahre gewählt und werden fünf Jahre regieren." Gleichzeitig kündigte er noch für diese Woche eine Regierungsumbildung an.

Christdemokraten und Alleanza Nazionale (AN) übten massive Kritik am ungeliebten Koalitionspartner Lega Nord. "Italien ist auch ohne Lega regierbar", erklärt der Christdemokrat Bruno Tabacci. AN-Sprecher Ignazio La Russa sprach von einer "halbherzigen Wahlkampagne" der Lega.