Bild nicht mehr verfügbar.

Isaelischer Polizist stellt nach Kassam-Rakteten-Angriffen Spuren sicher.

Reuters/NIR ELIAS
Sderot - Beim Einschlag einer palästinensischen Rakete vor einem Kindergarten der israelischen Stadt Sderot sind am Montag ein dreijähriger Bub und ein 49-jähriger Mann getötet worden. Sieben weitere Israelis wurden in der Stadt an der Grenze zum Gaza-Streifen verletzt, darunter auch die Mutter des Buben. Die militante palästinensische Organisation Hamas übernahm die Verantwortung für den Raketenangriff, bei dem ein zweites Geschoss in der Nähe eines Einkaufszentrums einschlug. Diese Rakete richtete Sachschaden an.

Ministerpräsident Ariel Sharon rief sein Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, was als Vorzeichen für eine Vergeltungsaktion gewertet wurde. In einer nichtöffentlichen Sitzung mit Parlamentsabgeordneten bekräftigte Sharon seine Entschlossenheit, den geplanten israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen zu beschleunigen. Jüdische Siedler, die das Gebiet freiwillig verlassen, können ab sofort mit einer Entschädigung rechnen. Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollten die ersten Siedler im August die Entschädigung bekommen. Der Rückzug aus dem Gazastreifen soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

Bereits Dutzende Male attackiert

Die Bewohner von Sderot wurde bereits Dutzende Male mit selbst gebauten Raketen attackiert. Seit dem Beginn der Kämpfe vor knapp vier Jahren war es aber erste Angriff, bei dem Israelis ums Leben kamen.

Wenige Stunden vor der Raketenattacke wurde bei einem palästinensischen Angriff auf einen Militärposten ein Soldat getötet. Fünf weitere wurden verletzt. Die Attentäter hatten einen 350 Meter langen Tunnel zu dem Posten in der Mitte des Gaza-Streifens gegraben und dann eine mehrere hundert Kilogramm schwere Sprengladung gezündet. Brigadegeneral Shmuel Sakai sagte im Israel Radio, der Posten sei mit eigenen Tunnels gesichert gewesen. Die Attentäter hätten sich unter diesen durchgegraben und seien so zu ihrem Ziel gekommen. "Trotz ihrer manchmal primitiven Methoden sind die Palästinenser ziemlich erfolgreich", sagte Sakai.

Hamas und Al-Aksa-Brigaden bekennen sich

Zu dem Anschlag bekannten sich die Hamas und die Al-Aksa-Brigaden. "Dies ist eine Botschaft an Sharon, dass unsere Kämpfer den Heiligen Krieg fortsetzen werden, bis wir sie (die Israelis) von unserem Land vertrieben haben", sagte ein Al-Aksa-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Es handele sich um eine Vergeltungsaktion für die Liquidierung von Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und dessen Nachfolger Abdel Aziz Rantissi sowie anderen militanten Kämpfern.

Die israelischen Streitkräfte sperrten nach dem Anschlag die Nord-Süd-Verbindungsstraße des Gaza-Streifens. Bei Zusammenstößen wurden vier Palästinenser getötet. Hubschrauber schossen außerdem zehn Raketen auf zwei mutmaßliche Waffenschmieden in Gaza ab. In der Umgebung des gesprengten Militärpostens zerstörten israelische Truppen zehn Häuser. In Gaza-Stadt strömten rund 2.000 Menschen auf die Straßen, um den Anschlag zu feiern. (APA/AP)