Paris - Infolge von Protestaktionen der französischen Gewerkschaften gegen die Umwandlung der staatlichen Energiekonzerne Electricite de France (EdF) und Gaz de France (GdF) in Aktiengesellschaften (AG) sind die Nahverkehrsverbindungen in der Pariser Region am Montag stark beeinträchtigt worden. Unterbrechungen der Stromzufuhr haben zu Verspätungen bei der Bahngesellschaft SNCF, den Regionalzügen RER und der Metro geführt. Stromunterbrechungen Die Stromunterbrechungen sind einer Protestaktion von Gewerkschaftern zuzuschreiben, welche eine Vertriebsanlage in Saint-Denis nördlich von Paris besetzt haben. Von der Stromzufuhr abgeschnitten wurde auch der Pariser Bahnhof Saint-Lazare. Nach Angaben der Vertriebsgesellschaft "Reseau de transport d'electricite" (RTE) handelt es sich dabei um einen Sabotageakt. Unbekannte hätten in Nanterre westlich von Paris die Kabel durchgeschnitten, welche den Strom zu dem Bahnhof transportieren. Die Gewerkschaft CGT betonte, für den Zwischenfall nicht verantwortlich zu sein. Proteste gegen Statutenänderung

Bereits Anfang Juni hatten die Angestellten von EdF durch Stromunterbrechungen gegen die Statutenänderung protestiert. Dies hatte die Zirkulation von mehreren hundert Zügen beeinträchtigt und den Transport von hunderttausenden Passagieren verzögert.

In der Nacht auf Montag haben Protestteilnehmer auch eine Hochspannungsanlage in Argia in den französischen Pyrenäen besetzt. Die Stromzulieferung von Frankreich nach Spanien wurde dort um 1.30 Uhr abgebrochen, gab die CGT bekannt. In der Hochspannungsanlage mit einer Kapazität von 400.000 Volt wurde die Arbeit niedergelegt. Parlamentsdebatte

Die Arbeitnehmervertreter von EdF und GdF protestieren seit Beginn der Parlamentsdebatte über das Gesetz zur Statutenänderung der beiden Betriebe durch Arbeitsniederlegungen, Stromunterbrechungen und Demonstrationen. Die Artikeldebatte über das Gesetz wurde Samstag abgeschlossen. Morgen. Dienstag, ist die Verabschiedung des Gesetzes in erster Lesung geplant. Die CGT hat daher zu einer groß angelegten nationalen Protestaktion und zu Streiks aufgerufen.

In Österreich ist EdF mit einer Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie an der steirischen EStAG beteiligt. GdF hält Beteiligungen an der EStAG-Gastochter STFG und an der Wiener Gasvertriebsgesellschaft BOG (Baumgarten-Oberkappel Gasleitungsges.m.b.H.). (APA)