Wien - Der Prozess um den so genannten Haban-Mord wurde am Montag auf den 26. Juli vertagt. Die Verhandlung wird - wie von Verteidiger Richard Soyer beantragt - mit der Verlesung der Aussage des Kronzeugen Andrea V. (33) vor dem Gericht im Bologna fortgesetzt.

Dieser hatte den Angeklagten Massimiliano F. bei der Wiener Verhandlung im April massiv belastet. Soyer möchte beweisen, dass die Aussagen von V. in Bologna von denen in Wien abweichen. Zudem werden Telefonate, die F. mit mehreren Personen führte und die abgehört wurden, aus dem Italienischen übersetzt und vorgelesen.

Weiteres DNA-Gutachten beantragt

Staatsanwalt Walter Geyer stellte weiters einen Beweisantrag. Er möchte einen weiteren Vergleich und ein weiteres DNA-Gutachten darüber haben, ob die Spuren des mutmaßlichen Todesschützen Michele d'A., die im jüngsten Verfahren in Italien wegen der Ermordung eines Polizeibeamten vorhanden sind, mit jenen übereinstimmen, die bei einem Handschuh beim Eingang des Juweliers Haban sichergestellt wurden. D'A. sitzt seit wenigen Monaten in U-Haft, weil er einen Polizisten mit einem Sportwagen niedergefahren und getötet hatte, als dieser ihn im Zuge einer Verkehrskontrolle anhalten wollte. Im Wagen fanden sich später zweieinhalb Kilogramm Kokain.

Zeugeneinvernahme 

Gualterio H. erkannte bei seiner Zeugeneinvernahme den Angeklagten nicht als Täter. Er hat nach eigenen Angaben jedoch nur den Schützen deutlich gesehen, den zweiten Räuber - laut Anklage Massimiliano F. - nicht. "Der als erster in den Laden 'reinkam, hat mich mit den Augen richtig fixiert", sagte der Zeuge. Laut dem Zeugen hat nur dieser laut "Baume Mercier" gesagt, danach war Geschäftsführer Siegfried Goluch hinter das Verkaufspult gegangen und wurde von dem Mann mit einer Pistole, die er unter einer Zeitung versteckt hatte, in den Kopf geschossen. (APA)