Wien - Lob und Tadel für die österreichischen Banken enthält der neueste "Finanzmarktstabilitätsbericht" der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Der positive Befund: "Das österreichische Bankensystem ist robust und auf Grund seiner hohen Kapitalisierung resistent gegenüber externen Schocks", berichtete OeNB-Direktor Josef Christl am Montag. Kritisch wird vermerkt, dass "weiterer Handlungsbedarf" zur "nachhaltigen Absicherung der Ertragssituation" bestehe, die derzeit wesentlich von den guten Erträgen der österreichischen Großbanken in den zentral- und osteuropäischen Ländern getragen werde.

Mehr Profit am Heimatmarkt

"Weitere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität auf dem Heimatmarkt sind notwendig", merkte Christl dazu an. Das bedeute eine Fortsetzung der Bemühungen zur "Kostenreduzierung beim Personal- und Sachaufwand", heißt es, aber auch ertragsseitig eine Verbesserung der Zinsspanne, die im ersten Quartal 2004 weiter auf 1,22 Prozent gesunken sei.

Bei der Vergabe von Krediten an Firmen, die trotz niedriger Zinsen im Jahr 2003 rückläufig war, zeichnete sich laut OeNB in den letzten Monaten wieder ein Aufwärtstrend ab. "Die Bedeutung des Bankkredits für die Unternehmensfinanzierung hat 2003 allerdings weiter abgenommen", erklärte Christl. Demgegenüber wurde eine Umschichtung zu Auslandsfinanzierungen registriert, die zu einem wesentlichen Teil aus Konzernkrediten von im Ausland ansässigen Muttergesellschaften stammten. Parallel dazu haben die Unternehmen 2003 mehr Mittel in Form von Anleihen aufgenommen.

Kreditaufnahme verlor an Schwung

Auch die Kreditaufnahme der Haushalte verlor 2003 deutlich an Schwung. Die Inanspruchnahme von Fremdwährungskrediten habe sich jedoch weiter erhöht. Gleichzeitig, so die OeNB, "war eine nahezu vollständige Substitution von Yen-Finanzierungen durch Schweizer-Franken-Kredite zu erkennen." Das sei auf Grund der deutlich geringeren Volatilität gegenüber dem Euro "zweifellos stabilitätsfördernd - wenngleich auch Finanzierungen in Schweizer Franken mit einem nicht zu vernachlässigenden Wechselkursrisiko behaftet sind", gibt die Notenbank zugleich zu bedenken. (APA)