Washington - Teilweise seit Jahren in den USA arbeitende Ausländer können ihre Visa demnächst nicht mehr vor Ort verlängern lassen. Sie müssen in ihre Heimatländer oder Drittländer reisen, um an einem US-Konsulat ein neues Visum zu beantragen. "Visa müssen künftig mit Fingerabdrücken ausgestattet sein. Wir haben in den USA nicht die Kapazitäten, diese Fingerabdrücke abzunehmen", erklärte Janice Jacobs, stellvertretende Abteilungsleiterin in der Visa-Abteilung des Außenministeriums, am Freitag die neue Richtlinie.

Die von Mitte Juli an geltende neue Regelung hat unter mehreren hundert ausländischen Journalisten helle Empörung ausgelöst. Europäer können ohne Visum ins relativ nahe gelegene Kanada reisen, um an der dortigen US-Botschaft ein neues Visum zu beantragen. Die Bürger der meisten anderen Länder brauchten aber ein Visum für Kanada, was nicht erteilt wird, wenn das US-Visum kurz vor dem Ablauf steht. Sie müssen mit ihren Familien in der Regel in ihre tausende Kilometer entfernten Heimatländer reisen.

Betroffen sind außer Reportern alle Ausländer, die eine vorübergehende Arbeitserlaubnis in den USA haben. Um wie viele Personen es dabei geht, weiß das Ministerium nicht. Allein die Visa- Kategorie, mit der Software- und Hightechexperten in den USA arbeiten können, umfasst rund 50.000 Menschen im Jahr, plus deren Familienangehörige.

Die Regierung sei sich im Klaren, dass es in vielen Ländern Wochen dauern kann, bis eine US-Botschaft einen Termin für das nötige Gespräch frei habe, sagte Jacobs. Das müsse dann eben Wochen vor der Reise organisiert werden. (APA/dpa)