Washington - Nach dem Misshandlungsskandal im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad überprüft die US-Armee nach Informationen der Zeitung "USA Today" jetzt auch 15 Todesfälle in US-Gewahrsam im Irak. Untersucht werde, ob die Gefangenen etwa sengender Hitze oder extremer Kälte ausgesetzt waren und dies zu ihrem Tod geführt habe, berichtete die Zeitung am Montag. Auf den Totenscheinen sind bisher "natürliche Ursachen" vermerkt.

Das "Zentrum für Verfassungsrechte" hatte vor drei Wochen in San Diego Klage gegen zwei Privatfirmen eingereicht, die vom Pentagon mit Verhören im Irak beauftragt waren. Die Organisation wirft den Firmen Titan Corporation und CACI International sowie einzelnen Mitarbeitern Misshandlungen vor. Sie berichtete von Gefangenen, die nach eigenen Angaben gezwungen wurden, stundenlang in sengender Hitze und ohne genügend Wasser zu stehen. Andere sollen mit eiskaltem Wasser überschüttet und Wintertemperaturen ausgesetzt gewesen sein.

Die Zeitung zitiert Militärstatistiken, wonach im Irak und in Afghanistan seit Dezember 2002 in US-Gefangenschaft 37 Menschen starben. Ein Zivilist ist bereits angeklagt. Er soll in Afghanistan einen Gefangenen erschlagen haben. Im Zusammenhang mit dem Tod eines irakischen Generals erwägt die US-Armee gegen zwei Soldaten Totschlagsanklagen. (APA/dpa)