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Ein Wahllokal in der Mongolei

Foto: AP/Kyodo
Peking/Ulan-Bator - Die Wahlen in der Mongolei haben zu einer überraschenden Pattsituation zwischen der Demokratischen Drei-Parteien-Opposition (MDC) und der bisher absolut regierenden Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MRVP) unter Premier Nambaryn Enkhbayar geführt. Das neue Oppositionsbündnis konnte aus dem Stand gleichauf mit der MRVP ziehen. Beide erhielten 36 Mandate aus der Wahl, an der sich knapp 80 Prozent der 1,4 Millionen Wahlberechtigten beteiligten. Entgegen allen Umfragen büßte Enkhbayar nicht nur seine absolute Mehrheit ein, sondern muss zudem bangen, ob er weiterregieren kann. MRVP und Opposition umwerben nun vier unabhängigen Kandidaten, die ebenfalls ins Parlament gewählt wurden, um aus ihrer Pattsituation herauszukommen. Welche Partei mithilfe der vier Mandate zuerst auf 39 Stimmen kommt, kann die künftige Regierung stellen. Beobachter fühlten sich an Indien erinnert, wo auch entgegen allen Prognosen in einer Erdrutschwahl die Regierung abgelöst worden war. Offenbar habe die unterschätzte Sozialfrage in dem bitterarmen Nomadenland Protestwähler an die Urne getrieben. Zugleich hätten sich viele vom protzigen Gehabe der Regierungspartei abgestoßen gefühlt. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.6.2004)