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Volksanwalt Stadler will die FPÖ reformieren.

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Wien - Volksanwalt Ewald Stadler hat seine Kandidatur für die Funktion des "Stellvertretenden Parteiobmanns" beim FPÖ-Sonderparteitag bekräftigt. Stadler erklärte Dienstagvormittag, er habe am vergangenen Freitag in einem ausführlichen Gespräch der designierten Parteiobfrau Ursula Haubner seine Motive dargelegt und die Kandidatur angekündigt.

Keine fixe Zu- oder Absage von Haubner

Er, Stadler, habe angeboten, auf Haubners Vorschlagsliste für die Stellvertreter aufzuscheinen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werde er selbstständig kandidieren. Laut Stadler habe Haubner zugesagt, den Vorschlag mit den Landesparteiobmännern zu besprechen. Eine fixe Zu- oder Absage habe es nicht gegeben.

Stadler ist optimistisch, beim Parteitag in Linz am kommenden Samstag ausreichend unterstützt zu werden. "Seit Monaten werde ich von vielen Leuten in der Partei gedrängt, mich wieder stärker zu engagieren", so Stadler. "Es geht mir um die Partei. Wenn ich es mir gemütlich machen wollte, könnte ich mich in der Volksanwaltschaft zurücklehnen. Die Situation der FPÖ ist aber so ernst, dass sich niemand aus der Verantwortung stehlen darf."

"Keine Spaltungsgefahr"

Durch seine Kandidatur sieht Stadler keine Spaltungsgefahr. "Mir geht es um die Erhaltung der Partei um jeden Preis", so Stadler. Im Fall seiner Wahl in das freiheitliche Führungsteam will er Volksanwalt bleiben. Vom Gesetz her gebe es keine Unvereinbarkeit zwischen Amt und Parteifunktion. "Parteipolitik spielt bei meiner Amtsführung keine Rolle", so Stadler. Er war übrigens am Beginn seiner Amtszeit als Volksanwalt auch stellvertretender Landesobmann von Niederösterreich.

Haubner: Jeder kann kandidieren

Die designierte Parteiobfrau, Jörg Haiders Schwester Ursula Haubner meinte Montagabend auf Anfrage, "am Parteitag kann jeder kandidieren". Sie werde jedenfalls in dieser Woche noch etliche Gespräche führen und dem Parteivorstand am Vorabend des Parteitages in Linz einen Vorschlag für das Führungsteam präsentieren, der am Parteitag dann auch zur Abstimmung stehen werde. ´

Auch FP-Generalsekretärin Magda Bleckmann verteidigt das Recht von Volksanwalt Ewald Stadler, zum stellvertretenden Parteichef zu kandidieren, gegen Kritik der SPÖ. Die FPÖ sei eine basisdemokratische Partei, jedem Delegierten stehe eine Kandidatur frei, so Bleckmann in einer Aussendung. Gleichzeitig deutete sie aber auch an, sich eine schlanke Stellvertreterriege zu wünschen: Die FPÖ habe ein "schlagkräftiges, kleines Spitzengremium im Gegensatz zum aufgeblähten Massenapparat der SPÖ". (APA)