Wien - "Drei Jahre seit der Eröffnung sind ein guter Anlass für eine Bilanz", meinte Wolfgang Waldner, Geschäftsführer der Museumsquartier-Errichtungsgesellschaft, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Er ließ sowohl Besucher-Frequenz als auch Besucher-Akzeptanz von zwei Marktforschungsinstituten untersuchen.

Den Resultaten zufolge kamen im Mai und Juni dieses Jahres durchschnittlich 7.700 Besucher pro Tag ins MuseumsQuartier (MQ), das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Hochgerechnet ergibt sich das im Jahr eine Zahl von 2,5 Millionen Besuchern, die das Areal für verschiedene Zwecke nutzen.

Waldner interpretiert das Resultat als "Bestätigung unserer Arbeit", insbesondere nach den Diskussionen über die Außenflächen und das quartier 21, das sich nun etabliert habe. Auch könne er täglich unter Mietwünschen für Veranstaltungen, die immer mehr würden, wählen: "Manchmal kann man bei lukrativen Angeboten nicht nein sagen".

Ministerielles Lob

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) lobte Waldner: "Ich bin sehr zufrieden mit seinem Management". Die "unendliche Geschichte der Entstehung des MQ" habe sich schließlich in eine "dreijährige Erfolgsgeschichte" gewandelt, so Gehrer weiter.

Auch Kulturinstitutionen sollten sich zur Qualitätskontrolle der Instrumentarien modernen Managements wie des Monitoring bedienen, und sie sei "sehr dafür", jährlich eine solche Studie zur Messung der Publikumsakzeptanz durchführen zu lassen.

Quantifizierter Wohlfühlgrad

Aufgabenstellung dieser vom Institut Sensor durchgeführten Analyse war die Erhebung der Besucherstruktur, die Art der Nutzung des Areals und die Beurteilung des MQ anhand von 1000 Interviews. So sollen sich 98 Prozent der Besucher laut Studie "wohl fühlen".

95 Prozent sehen im MQ eine "Bereicherung für die Stadt Wien", 94 Prozent empfinden es als "modern", 89 Prozent finden die Architektur "interessant". Immerhin 64 Prozent fanden die Werbung "kreativ", und 54 Prozent "auffällig".

Einzelwerte

Insgesamt spricht das MQ eher ein junges, zu 51 Prozent weibliches Publikum an. 43 Prozent sind zwischen 20 und 29 Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich sogar eine "Verjüngung" ergeben. 83 Prozent haben ein gehobenes Bildungsniveau. 56 Prozent kommen aus Wien, 13 Prozent aus den Bundesländern, 31 Prozent aus dem Ausland.

Kulturelle Veranstaltungen sind der Hauptgrund eines Besuches für 84 Prozent der Befragten. 43 Prozent besuchten Museen und Ausstellungen. Die Gastronomie nutzten 51 Prozent. Lediglich am Gelände des MQ aufgehalten haben sich 17 Prozent der Befragten.

Die Besuchshäufigkeit hat sich gegenüber 2003 erhöht: 64 Prozent der Besucher aus Wien kommen öfter ins MQ. 17 Prozent gaben an, mehrmals in der Woche zu kommen. Die "Intensivnutzer" sind laut Sensor-Studie vor allem Wiener unter 40. Erstbesucher machen 28 Prozent der Besucher aus und kommen vorwiegend aus dem Ausland. Zufrieden mit ihrem Besuch waren bei der Befragung 89 Prozent.

Institutionen

Einen leichten Besucherzuwachs verzeichnen laut MQ-Errichtungsgesellschaft auch die Institutionen des MQ von 1.083.556 (2002) auf 1.095.461 (2002). Rückgänge weisen das Architekturzentrum Wien (Az W) auf: von 60.000 (2002) auf 50.000 (2003). Weiters das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (Mumok): von 156.566 (2002) auf 125.412 (2003). Und die Kunsthalle Wien: von 223.740 (2002) auf 170.000 (2003).

Einspruch gegen letztere Zahlen erhob nach der Pressekonferenz Claudia Bauer von der Kunsthalle Wien: "2002 waren insgesamt 170.266 Besucher in der Kunsthalle, 2003 waren es 161.176. Eine normale Schwankung". (APA)