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Tim Henman beim Abschied aus Wimbledon.

Foto: REUTERS/Ian Hodgson
London - Die englischen Tennis-Fans müssen im Wimbledon weiter auf den ersten Sieg eines Lokalmatadors im Herren-Einzel seit 1936 warten. Am Mittwoch scheiterte Tim Henman überraschend im Viertelfinale und musste sich dem ungesetzten Kroaten Mario Ancic mit 6:7,4:6,2:6 geschlagen geben. Im Semifinale trifft Ancic auf Andy Roddick, Roger Federer spielt gegen Sebastien Grosjean.

Roddick setzte sich gegen den Niederländer Sjeng Schalken mit 7:6,7:6,6:3 durch, Grosjean hatte nur zu Beginn Probleme, besiegte den deutschen Newcomer Florian Mayer schließlich aber glatt mit 7:5,6:4,6:2.

Hewitt verbeugt sich vor Federer

Im Viertelfinalschlager wurde Roger Federer seiner Nummer eins Position gerecht. Der Schweizer ließ dem Australier Lleyton Hewitt nur einen Satz, agierte sonst aber souverän und gewann 6:1,6:7,6:0,6:4. "Ich habe alles gegeben. Aber wenn Federer so spielt, dann ist er fast nicht zu schlagen. Ich habe gegen den derzeit besten Spieler der Welt verloren", zog Hewitt nach seiner Niederlage den Hut vor dem Schweizer.

Henman zerbrach an Aufschlag-Kanone

Mario Ancic aber beendete am vollen Center Court die Henmania 2004. Heuer waren die Hoffnungen auf den ersten britischen Erfolg seit 68 Jahren groß, nachdem Henman bei den French Open in Paris sensationell das Semifinale erreicht hatte. Der 20-jährige Kroate, der sich 2002 mit seinem Erstrundenerfolg gegen Roger Federer einen Namen gemacht hatte, war mit seiner Aufschlagstärke nicht zu bezwingen. Im ersten Grand Slam-Semifinale seiner Karriere wartet nun der als Nummer zwei gesetzte US-Star Andy Roddick, der Sjeng Schalken in drei Sätzen eliminierte.

Für Henman bleiben Spiele gegen Kroaten in Wimbledon kein gutes Omen: Zuletzt hatte es 2001 im Semifinale gegen Goran Ivanisevic das Aus gegeben. Nun war bei "Baby Goran" Endstation. "Ich habe ein wirklich gutes Match gespielt. Der erste Satz war wirklich eng, aber im zweiten Satz habe ich begonnen, besser zu returnieren. Das hat mir Selbstvertrauen bei meinem Aufschlag gegeben und ich hatte alles unter Kontrolle. Ich bin sehr glücklich, denn ich habe versucht so ruhig zu sein wie möglich und das ist mir gut gelungen", freute sich Ancic über seinen bisher größten Erfolg. (APA/Reuters)